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Goseck

Das Woodhenge von Sachsen-Anhalt

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Vor 7000 Jahren ragte in der Ebene bei Goseck ein gewaltiger Kreis aus bis zu 1800 Eichenstämmen in die Höhe. Zu DDR-Zeiten entdeckt und nach der Wende freigelegt, gibt er den Archäolgen seitdem Rätsel auf. War die Anlage eine hölzerne Trutzburg? Erforschten hier einst Steinzeitmagier den Himmel? Oder opferten Priester hier sogar Menschen, um eine gute Ernte und den Schutz der Götter zu sichern?

Er wirkt imposant, dieser große Doppelkreis aus zwei Meter hohen Eichenstämmen. Ein echter Hingucker, von jedem Punkt aus in der mit wogenden Feldern bedeckten Ebene ist er zu sehen. Als ich dann in dem Kreis stehe, geschieht etwas Seltsames. Um mich herum verstummen die Gespräche, fast andächtig laufen die anderen Besucher langsam umher, und mir läuft ein leichter Schauer über den Rücken. Strahlt der einst heilige Ort immer noch etwas Mystisches aus?

Vielleicht liegt es auch an dem Wissen darüber, dass so ein Holzkreis genau an dieser Stelle vor fast 7000 Jahren von Steinzeitmenschen errichtet worden war. Sie stellten aus 1700 bis 1800 Eichenstämmen zwei hintereinanderliegende Palisaden auf, umgaben sie mit einem Graben und einem Erdwall. Durchmesser des Kreises: 75 Meter. Für die Rekonstruktion wurden nur 1675 Eichenstämme verwendet, die die Archäologen mit 2020 Meter handgedrehten Hanfseilen verbanden.

Die Kreisgrabenanlage von Goseck in Sachsen-Anhalt gehört – neben Kamegg in Niederösterreich – zu den ältesten Monumentalbauten Europas. Eine gewaltige Leistung von Menschen, die noch keine Schrift kannten und deren Werkzeuge aus Stein, Holz und Tierknochen bestanden. Wie konnten sie meterhohe Eichenbäume fällen und transportieren? Wie konnten sie 1800 Gruben ausheben, um die Stämme im Boden zu verankern?
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