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Komfort & Sicherheit

Das vernetzte Haus

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Übers Smartphone lässt sich nicht nur hören, sondern auch sehen, wer an der heimischen Tür Einlass begehrt, die Waschmaschine startet automatisch dann, wenn der Strom am billigsten ist. Und öffnet man ein Fenster, schaltet sich die Heizung von selbst aus.

Zukunftsmusik? Keineswegs. Handelsübliche Technik reicht. Das Problem: Erst langsam erkennen Kunden und Elektriker das Potenzial der Heimvernetzung – so der diffuse Oberbegriff dieser Anwendungen. Denn die Technik ist ein Baukasten, die je nach Wohnung, persönlichen Ansprüchen und Budget ganz unterschiedliche Dinge erledigt. In einer typischen Etagenwohnung etwa sind Überwachungskameras und Bewegungsmelder fürs Grundstück überflüssig, in einem Einfamilienhaus hingegen muss die Sprechanlage nicht für Dutzende Parteien ausgelegt sein.

Ein Grund für die noch zögerliche Verbreitung der Komforttechnik: Wer einen Wald-und-Wiesen-Handwerker die Elektrik einer Wohnung erneuern lässt, kann froh sein, wenn der an Leitungen fürs Kabelfernsehen und das Computernetzwerk denkt. Nach Heimvernetzung muss der Interessent ausdrücklich fragen. Tut er es beim Bau nicht, wird’s später haarig: Dann muss man für die Hausvernetzung oft die Wände aufschlagen.

Tim Müller vom Berliner Spezialisten EF-ES-WE empfiehlt deshalb, bei der Elektrik gleich die Kabel für die Vernetzung einzuplanen. »Dafür reichen simple Telefonleitungen. Im typischen Einfamilienhaus kostet dies 1000 bis 2000 Euro mehr.« Zusätzlich will auch Strom großzügig verteilt werden: Sollen sich die Rollläden auf Knopfdruck oder gar automatisch öffnen und schließen, muss ein Stromanschluss nahe dem Rollladenkasten sitzen. Die flexiblere, aber auch teurere Alternative zur Verkabelung sind Leerrohre, also Kunststoffröhren, in die nachträglich beliebige Leitungen eingezogen werden können.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Technik nach Bedarf und Geldbeutel ausgebaut werden. Wenn Kinder oder alte Menschen im Haus sind, die ständiger Aufsicht bedürfen, helfen Bewegungsmelder und Webcam. Sensoren geben Kommandos, um bei Sonnenschein die Rollläden zu bewegen oder bei Regen die Fenster zu schließen. Staffelt der Stromanbieter seine Tarife nach der Nachfrage, springt der Geschirrspüler erst nachts an. Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien ein durchaus realistisches Szenario: Wenn im Stromnetz mehr Energie verfügbar ist, als gebraucht wird, werden bevorzugt Elektroautos aufgeladen, die gerade an der Steckdose hängen – sie dienen als Puffer des überschüssigen Stroms.

Rückgrat des vernetzten Heims ist das KNX-Protokoll. Das Kürzel hat keine konkrete Bedeutung, sondern ist nur die lautmalerische Kurzform von Connex, also Verbindung. KNX ist die Erweiterung des Europäischen Installationsbusses (EIB). Der Standard ist offen, jeder Hersteller darf damit arbeiten. Wesentliches Merkmal von KNX: Steuerung und Energieversorgung sind getrennt. Ein konventioneller Lichtschalter unterbricht physisch die Verbindung zur Lampe. In einem KNX-Bus bleibt die elektrische Versorgung der Lampe bestehen – der Lichtschalter sendet per KNX ein Signal zu einem Relais. Dieses erst sperrt der Lampe den Strom oder gibt ihn frei.

Wenn die Technik nur noch auf ein paar Datentelegramme reagiert, wird es auch unwichtig, wo diese herkommen: Der heimische Computer, der Fernseher oder auch ein Smartphone nehmen auf Wunsch mit dem intelligenten Heim Verbindung auf. So lässt sich etwa die Heizung hochdrehen, wenn man auf der Heimfahrt ist. Sicherheit wird bei Zugriffen von außen groß geschrieben – schließlich sollen Nachwuchshacker nicht mal eben die Tür öffnen oder den Rasensprenger stundenlang anschalten können. Die Elektrobranche verspricht für die Daten des vernetzten Hauses mindestens die Sicherheit von Bank­geschäften am PC. Apropos Sicherheit: Ein vernetztes Haus kann nicht nur einen Einbruch melden – ausgeklügelte Routinen gaukeln mit Licht und Rollläden auch die Anwesenheit der Bewohner vor und schrecken im Idealfall Diebe im Vorfeld ab.

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Autor/in: Karl-Gerhard Haas

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