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Schmutziges Geheimnis

Das Rätsel um das »Nazi-Gold«

Im Zweiten Weltkrieg haben Hitlers Truppen nicht nur Staaten angegriffen, sondern auch deren Goldvermögen geraubt. Bis heute ranken sich viele Legenden darum, wo diese Schätze geblieben sind ...

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Das Rätsel um das »Nazi-Gold«Das Rätsel um das »Nazi-Gold«
iStockphoto

Am 26. Februar 2008 sieht es so aus, als stünde eines der großen Rätsel der Nachkriegszeit kurz vor der Auflösung: In Deutschneudorf, einem Ort an der deutsch-tschechischen Grenze, bringen Ingenieure schweres Gerät in Stellung. Ein Bohrkopf frisst sich ratternd ins Erdreich, Staub wirbelt auf. Dutzende Schaulustige rücken möglichst nah an die Baugrube heran, ein Fernsehteam hat sich postiert, sogar Vertreter der internationalen Presse sind angereist. Anwohner und Journalisten warten auf eine Sensation. Zwei Wochen zuvor hatten geologische Messungen ergeben, dass unter der Stelle, die jetzt von dem Bohrer aufgerissen wird, ein Schacht liegen könnte, der in 20 Meter Tiefe in einem Hohlraum endet. Glaubt man den Initiatoren der Buddelei, dann lagert in dem Depot ein schillerndes Vermächtnis: das legendäre »Nazi-Gold«.

»Schatzsucher wollen tonnenweise Gold entdeckt haben«, frohlockte voreilig der »Spiegel«, als diese Voruntersuchungen publik wurden. Mehrdeutige Hinweise in alten Dokumenten hatten einen Schatzsucher in das sächsische Dorf geführt, an der angegebenen Stelle schlug sein Metalldetektor aus. Haben die Nazis in den Wirren des Kriegsendes hier einen Teil ihres »Staatsschatzes« versteckt? Den Rest jenes Goldes, das sie während des Zweiten Weltkriegs aus den überfallenen Ländern geraubt hatten und zum Schluss vor den Alliierten in Sicherheit bringen wollten?

Wo immer es liegen mag – in Deutschneudorf gab es letztlich nur lange Gesichter. Die Suchmannschaft stieß weder auf einen Hohlraum noch auf Kisten voller Edelmetall. Nach einigen Tagen wurde die Grabung abgebrochen. Wieder einmal waren Schatzsucher, Medien und Publikum der düsteren Faszination des Nazi-Goldes erlegen – und in einer Sackgasse gelandet.

Gleichwohl: Wer sich auf die Fährte dieses Schatzes setzt, folgt nicht bloß einer Spinnerei. Denn in der Endphase des Krieges wurden tatsächlich massenhaft Werttransporte durch das untergehende Reich geschickt, vorzugsweise nach Süden, in Richtung der – propagandistisch aufgeblähten – »Alpenfestung«. Kunstwerke, Schmuck, Devisen und Säcke voller Goldmünzen oder -barren verschwanden in Bergwerken, in den Kellern alter Schlösser, in abgelegenen Waldhütten und hastig ausgehobenen Erdgruben. Was geschah damit, als der Krieg vorbei war? Und vor allem: Über wie viel Gold verfügte das »Dritte Reich« zum Schluss eigentlich noch?

Zwischen 1938 und 1945 hatten die Nazis elf europäische Zentralbanken geplündert. Sobald die Wehrmacht ein Land besetzte, drangen spezielle Kommandos in die Bankhäuser ein, beschlagnahmten den Staatsschatz und verfrachteten ihn nach Berlin, in die Tresore der Deutschen Reichsbank. Wien wurde im März 1938 zum ersten Opfer dieses Raubzugs, Prag folgte ein Jahr später. Als mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg begann, zeigte sich bald, dass die deutsche Rüstungsindustrie auf Rohstoffimporte angewiesen blieb, allen Autarkiebestrebungen zum Trotz. Neutrale Länder wie Portugal, Spanien und Schweden waren bereit zu liefern – die Reichsmark als Zahlungsmittel mochte jedoch keines dieser Länder akzeptieren. Sie forderten Gold oder weltmarkttaugliche Devisen, vorzugsweise Schweizer Franken.

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