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Mozart:

Das Genie und die Frauen

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die Webers sollen eine schreckliche Familie gewesen sein, hart am Rande des asozialen Milieus. Der Vater verlor wegen Unterschlagung seinen Job als Buchhalter, die Mutter war berüchtigt als geldgierige Schlampe und Kupplerin, mit dem Wortschatz eines Müllkutschers. Das wäre nicht besonders erwähnenswert, wenn diese Webers nicht die Schwiegereltern von Wolfgang Amadeus Mozart gewesen wären. Sie spielten in seinem Leben die wichtigste Rolle. Denn Tochter Aloysia weckte die erste erotische Leidenschaft ihn ihm, und Tochter Constanze wurde seine Ehefrau. Trotzdem – oder gerade deshalb – geistern die Webers als liederliche Bande durch alle Mozart-Biografien des 20. Jahrhunderts.

So bezeichnet Emil Karl Blümml die Webers als das »böse Prinzip« in Mozarts Leben. Bernhard Paumgartner spricht vom »Weberischen Zigeunerblut«; Mutter Cäcilia wird zum »Dämon der Familie«; sie ist »launisch, zanksüchtig, intrigant aus Passion, in stillen Stunden dem Trunke nicht abgeneigt und zweifellos hysterisch«. Annette Kolb schreibt über die »ominöse Familie Weber: Wie ein blumiger Abgrund hat sie sich vor ihm aufgetan und wird ihn verschlingen.«

Alfred Einstein weist immer wieder auf die »fatale Bedeutung der Weberischen« für Mozart hin, er nennt die Mutter eine »dämonische Hysterica« und bezeichnet den Hochzeitstag mit Constanze, die den Gimpel »in ihr Netz gelockt habe«, als ein »fatales Datum und einen verhängnis-vollen Tag«. Und Dorothea Leonhart behauptet: »Die Webers werden im schlimmsten Sinne die ›famille fatale‹ in Mozarts Leben. Sie werden sich an ihn hängen und ihn ausnutzen bis zu seinem gesellschaftlichen und finanziellen Ruin.«
Da drängt sich die Frage auf: War Mozart so naiv, dass er nicht bemerkte, wo er da hingeraten war, oder war er selbst ein solcher Schlingel, dass es ihm egal war?
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