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Sonnensystem

Das Geheimnis der neuen Planeten

Neu entdeckte Himmelskörper in unserem Sonnensystem geben den Astronomen Rätsel auf: Wo kommen sie her? Sind es neue Planeten? Und könnte es sein, dass sie sich langfristig zu unserem Planetensystem gesellen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Ständige Neuzugänge in unserem Sonnensystem beschäftigen Wissenschaftler weltweit. Müssen wir unser Bild von unserem bekannten Planetensystem ändern?Ständige Neuzugänge in unserem Sonnensystem beschäftigen Wissenschaftler weltweit. Müssen wir unser Bild von unserem bekannten Planetensystem ändern?
Ständige Neuzugänge in unserem Sonnensystem beschäftigen Wissenschaftler weltweit. Müssen wir unser Bild von unserem bekannten Planetensystem ändern?
NASA Images

Der 5. Januar 2005 begann für den Astrophysiker Michael E. Brown (41) im südkalifornischen Pasadena wie jeder andere Tag: Frühstück, ein Blick in die Zeitung, das obligatorische Einschalten des Computers, der mit dem Teleskop auf dem 150 Kilometer entfernten Mount Palomar verbunden ist. Um 11.20 Uhr war es mit der Routine schlagartig vorbei: Eine der Aufnahmen zeigte einen lang gestreckten Lichtfleck. Brown stutzte. Unglaublich!

Seit Jahren schon hatte die computergesteuerte Optik des Teleskops den gesamten Himmel abgescannt, jede Nacht einen neuen Abschnitt. In Abständen von zwei Stunden lichtete sie die bereits durchgemusterten Abschnitte erneut ab, und die Software legte die Bilder übereinander, damit Veränderungen am Firmament sichtbar würden. Was Brown an diesem Vormittag auf dem Bildschirm sah, war eine Sensation. Der etwas verschwommene Lichtfleck vor dem scharfen Sternenhintergrund bedeutete, dass ein bisher unbekannter Himmelskörper in unserem Sonnensystem kreiste. Doch keiner der vielen Asteroiden – dafür war der Fleck viel zu groß. Nein, es musste sich um einen ausgewachsenen Planeten handeln – viel größer als Pluto, der Eiszwerg am Rande unseres Sonnensystems.

Aber es sollte noch gut ein Jahr dauern, bis im Februar 2006 Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie der Universität Bonn Browns Fund bestätigten. Und sie konnten schon Genaueres über den kosmischen Neuling sagen, den ihr kalifornischer Kollege vorläufig auf den Namen der furchtlosen griechischen Kriegerprinzessin »Xena« getauft hatte. So ließ sich aus Helligkeits- und Wärmemessungen errechnen, dass Xena einen Durchmesser von rund 3000 Kilometern hat – damit ist sie knapp ein Viertel so groß wie die Erde, aber 700 Kilometer größer als Pluto. Der Himmelskörper aus Fels und Eis ist von gefrorenem Methan überzogen. Und er ist nicht allein: Ein Mond, »Gabrielle«, begleitet ihn. Für einen Umlauf um die Sonne braucht Xena 560 Jahre, sie ist im Durchschnitt dreimal so weit von der Erde entfernt wie Pluto. Auffällig ist, dass Xena nicht wie die anderen Planeten unseres Sonnensystems auf einer Kreisbahn fliegt, sondern auf einer stark elliptisch gebogenen Bahn. Dabei entfernt sie sich von uns bis zu 15 Milliarden Kilometer, das ist die hundertfache Distanz zwischen Sonne und Erde. Auffällig auch ihre stark abweichende Ekliptik: Ihr Orbit ist gegenüber den Bahnen der bekannten Planeten um 45 Grad geneigt.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (10 Bewertungen)
Autor/in: Wolfgang C. Goede


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