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Druck-Gravitation
Das Geheimnis der Gravitation
Gravitation wirkt als einzige Kraft nur anziehend: Eine abstoßende Gravitationskraft gibt es danach nicht. Umso aufregender eine jahrhundertealte Theorie, die erklärt, wie Gravitation aus Druck entsteht. Ein Antigravitations-Antrieb käme damit in Reichweite.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin 02/2003
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Schwerkraft entsteht, indem zwei Massen einander anziehen: Diese Erkenntnis kam Isaac Newton in dem Augenblick, als ihm im heimatlichen Obstgarten ein Apfel auf den Kopf fiel. (Die Geschichte stimmt zwar nicht, aber Newton verbreitete sie unverdrossen, weil sie so hübsch klang). Egal, Newtons Satz wurde in Stein gemeißelt, und alle Schüler der Welt lernten ihn als unumstößliche Wahrheit. Nun aber macht sich eine Theorie stark, die alles auf den Kopf stellt. Und nebenbei auch noch Probleme klärt, die bisher schamhaft verschwiegen wurden.
»Pushing Gravity« (auf deutsch etwa: Druck-Gravitation) ist der Name der Theorie – und Titel eines soeben in Kanada erschienenen Buches, in dem diese Ideen mathematisch und konzeptionell auf den neuesten Stand gebracht wurden. Den Grundgedanken zu dieser Theorie formulierte bereits ein Zeitgenosse und intimer Freund Newtons, der Genfer Physiker und Mathematiker Nicolas Fatio de Duillier. Und sein Landsmann, der ebenfalls in Genf tätige Georges Louis Le Sage, stellte sie, mathematisch ausgearbeitet, 1756 einer eher unwilligen Öffentlichkeit vor. Danach blieb sie unbeachtet. Doch heute wissen wir mehr – und wir können die Folgen dieser Theorie besser abschätzen. Wir wollen folgende Fragen beantworten: Wozu eine neue Theorie? Was besagt sie? Welche Konsequenzen ergeben sich aus ihr für unser Weltbild und möglicherweise für unser Alltagsleben? Und: Gibt es Beweise?
Isaac Newton und Albert Einstein haben doch, so die vorherrschende Meinung, das Geheimnis der Schwerkraft (und der damit stets verbundenen Trägheit) ein für alle Male geklärt. Doch nichts könnte falscher sein. Denn kaum waren Newtons Ideen bekannt (1687), da fragten seine Zeitgenossen auch schon, wie er sich denn diese geheimnisvolle Anziehung vorstelle. Wodurch werde sie bewirkt, noch dazu unendlich schnell? Worauf Newton trotzig die berühmte Antwort gab: »Ich mache keine Hypothesen!« Das stimmte aber nicht, Newton hatte sehr wohl eine Vorstellung davon, was die Schwerkraft sei, nämlich der allüberall vorhandene Atem Gottes, aber das war keine wissenschaftliche Erklärung. Ihn störte es nicht, die Zeitgenossen sehr wohl. Um es noch mal deutlich zu sagen: Newton lieferte die Formeln (das Gefäß), aber keine Erklärung (den Inhalt).
Auch Einstein trug nichts zur Klärung bei, im Gegenteil. Seine Formeln waren so kompliziert, dass sogar Rechtschreibfehler sinnvolle Resultate lieferten. Seine Theorie (1916) war nicht imstande, die einfache Anziehungskraft zweier Körper richtig zu berechnen, eine Tatsache, die erst in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts dem amerikanischen Physiker Hüseyin Yilmaz auffiel. Statt des Newton’schen Wertes kam bei Einstein »null« heraus – ein offensichtlicher Unsinn. Vor allem: Einstein lieferte keinerlei Erklärung für die Schwerkraft. Denn aus der Raumkrümmung ergibt sich keine Kraft. Die Kugel, die über das krumme Raumnetz rollt (siehe Abbildung linke Seite), kommt ja erst durch die Schwerkraft in Bewegung, die unabhängig vom Netz angenommen werden muss, sonst gibt es keine Bewegung. Außerdem: Wenn sich die Leere krümmt (der Raum ist ja leer), wie soll dann daraus etwas entstehen?
Brauchen wir überhaupt eine Erklärung, wenn doch die Formeln alles sagen? Wir brauchen sie, denn der Sinn der Wissenschaft liegt nun mal darin, uns die Welt sinnvoll und anschaulich zu erklären und ihre Ursachen und Beweggründe aufzudecken. Das Verstecken hinter reinen Formeln (deren Wahrheitsgehalt ja nie bewiesen werden kann) zeigt, wie schwer es der modernen Physik fällt, die Wirklichkeit zu erfassen.
- Schwarze Löcher
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