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Säkularisation

Das Ende der Kloster-Herrlichkeit

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die Feder der Bürokraten ist so mächtig wie das Schwert, das hinter ihnen steht – mit Napoleons Zustimmung enteignen deutsche Beamte altehrwürdige Kirchenfürsten.

Kardinal Ercole Consalvi, der Gesandte des Papstes, ist gerade erst in Paris angekommen, als ihn die Botschaft erreicht, dass Napoleon ihn am selben Tag, um zwei Uhr Nachmittag, zu sehen wünscht. Eine Kutsche holt den Geistlichen am Hotel ab und fährt ihn in die Tuilerien. Mit Trommelschlag führt man den sichtlich beeindruckten Kardinal an Würdenträgern vorbei, bis sich die Türen eines großen, fast leer geräumten Salons hinter ihm schließen. Außenminister Charles Maurice de Talleyrand tritt ein, begrüßt den Gast wortlos und begleitet ihn in den nächsten Raum.

Dort wartet Bonaparte mit dem Rücken zum Kardinal. Er dreht sich um und ergreift grußlos das Wort: »Ich kenne den Grund Ihrer Reise nach Frankreich. Ich will, dass man sofort die Kon-ferenzen eröffne. Ich lasse Ihnen fünf Tage Zeit und mache Sie auf Folgendes aufmerksam: Wenn nach Ablauf des fünften Tages die Unterhandlungen nicht beendet sind, können Sie wieder nach Rom zurückkehren. Für einen solchen Fall habe ich meinen Entschluss bereits gefasst.«

Es ist der 20. Juni 1801. Napoleon braucht unbedingt ein Abkommen mit dem Papst, ein so genanntes Konkordat. Der Erste Konsul hat nämlich festgestellt, dass das Volk der bürger-lichen Revolution zum Trotz noch immer an seiner Religion hängt. Zwar wurden schon im Herbst 1789 die Kirchen und Klöster Frankreichs enteignet, geplündert und verwüstet, wobei auch manche Kleriker ums Leben kamen; aber diese hitzigen Zeiten sind jetzt Vergangenheit. Doch Napoleon stellt seine Bedingungen zur Wiederherstellung der Kirche.
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Autor/in: P.J. Blumenthal


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