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Fabeltiere

Das Einhorn und die Jungfrau

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Das Fabeltier mit dem gewundenen Horn und den Zauberkräften geistert seit Urzeiten nicht nur durch die Mythen der Völker. Lange glaubte man: Es existiert wirklich, kann nur von Jungfrauen gezähmt werden, und sein Horn besitzt große Wunderkraft. Lesen Sie, was Historiker, Literaturwissenschaftler, Biologen und Psychologen über das Einhorn herausgefunden haben.

Wollten Sie immer schon mal ein Einhorn fangen? Versuchen Sie es doch so: Nehmen Sie Trommeln und Gitarren, und gehen Sie in einen verwunschenen Wald. Veranstalten Sie eine wilde Party. Wählen Sie eine attraktive Frau aus, setzen Sie diese an einen Baum ein wenig abseits und geben ihr eine Kette. Befestigen Sie die Kette mit einem Ende am Baum. Das Einhorn ist ein neugieriges, aber scheues Tier. Doch wenn alles gut geht, wird es – angezogen von dem bunten Treiben – auf die Frau zuspringen und sich an ihren Knien reiben. Vielleicht wird es sie ein wenig ablecken. Sie sollte das Einhorn streicheln, bis es einschläft, und ihm dann die Kette um das Horn legen.

Aber Achtung: Das Experiment ist nicht ungefährlich. Vor allem, wenn die Frau keine Jungfrau mehr ist ... Denn wer weiß, ob Einhörner wirklich so harmlos sind, wie es sich der Mann gedacht hat, der diese Anleitung in den »Physiologus« aufnahm; das ist ein im Mittelalter weitverbreitetes Naturbuch, das Steinen, Pflanzen und Tieren eine religiöse Bedeu-tung beimisst – also auch dem Einhorn. Doch gab es diese Tiere wirklich? Und wenn ja, wo? Wie sahen sie aus? Sind sie immer noch zu finden? Und: Was um alles in der Welt haben Einhörner mit Jungfrauen zu tun?
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Autor/in: Britta Quebbemann


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