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Der Palast der Könige

Das »Hotel Ritz«, Madrid

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Ein Hauch von Patina umgibt heute das von Alfonso XIII. gegründete Haus, wo die Nackttänzerin Mata Hari zur Doppelagentin wurde, General Franco Evita Perón schöne Augen machte, und Barbara Hutton mit Vorliebe Stierkämpfer vernaschte.

Die Geschichte beginnt mit einer Hochzeit. Nicht irgendeine Hochzeit, sondern das, was die Boulevardpresse heute eine Traumhochzeit nennen würde. Der junge spanische König Alfonso XIII., einer der begehrtesten Junggesellen seiner Zeit, führt im Mai 1906 Victoria Eugénie von Battenberg vor den Altar. Die Braut gilt als eine der schönsten Prinzessinnen Europas und ist eine Enkeltochter der britischen Queen Victoria, an deren Hof sie aufgewachsen ist. Alfonso hat die attraktive Blondine bei einem Abendessen im Buckingham Palace kennengelernt und sie gegen den anfänglichen Widerstand seiner Mutter für sich gewonnen. Er könnte seine Hochzeit nun also in vollen Zügen genießen – wäre da nicht jener kleine Schönheitsfehler, der an seiner Eitelkeit nagt: Europas gekrönte Häupter, die zur Hochzeit angereist sind, finden in seiner Hauptstadt kein standesgemäßes Hotel. Sie müssen allesamt in den Privatpalästen der Madrider Noblesse untergebracht werden. Eine untragbare Situation, findet der König. Madrid braucht dringend ein echtes Grandhotel, einen Palast für Reisende, so wie er sie selbst in den Metropolen Europas kennengelernt hat.

Besonders beeindruckt haben den König auf seinen Reisen das Hotel Ritz in Paris und das Schwesterhaus in London. Also lässt er seine Berater Kontakt zu César Ritz in Paris aufnehmen, mit ihm möchte er sein Projekt verwirklichen. Der berühmte Hotelier ist allerdings zu dieser Zeit gesundheitlich bereits schwer angeschlagen.
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