Grundlagenforschung ist, was ich tue, wenn ich nicht weiß, was ich tue.
Die 10 großen Mysterien unserer Existenz
Der perfekte Mord ist Geschichte
Papiergeld - Das Risiko des schönen Scheins
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Wissenschaft & Technik
Darf jeder Mann Samen spenden?
Die deutschen Spendersamen haben seit 1986, seitdem das Geschäft hierzulande legal ist, schon über 70000 Kinder hervorgebracht, aber die Herren, die das entsprechende Hobby zum Beruf machen dürfen, sind handverlesen. Von den 20 Bewerbern, die jeden Monat bei der »Berliner Samenbank GmbH« anklopfen, bekommen höchstens zwei den Job – und 100 Euro pro Spende.
Alle anderen sollten die Absage nicht persönlich nehmen, denn überdurchschnittliches Sperma ist sehr selten. So wird erstens die ungeheure Zahl von 50 Millionen Samenzellen pro Milliliter verlangt – als Untergrenze. Zum Vergleich: 20 Millionen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO als Minimum festgesetzt. Zweitens müssen die Spermien schnell schwimmen können und drittens ein halbes Jahr Tiefkühltruhe unbeschadet überstehen. Denn auf das Schockfrosten reagiert Sperma ganz unterschiedlich. Die allererste Voraussetzung ist natürlich der tadellose allgemeine Gesundheitszustand eines Bewerbers. Angehörige der üblichen Risikogruppen scheiden von vornherein aus, der letzte HIV-Test darf nicht älter als sechs Monate sein, der Mann selber nicht älter als 40 Jahre. Bei aussichtsreichen Kandidaten werden dann noch umfangreiche Blut- und Spermaproben durchgeführt, um Infektions- und Erbkrankheiten auszuschließen.
Ein weiteres wichtiges Aufnahmekriterium beim Club der Erzeuger ist die Blutgruppe. Der Rhesusfaktor muss gleich mit der Bewerbung vorgelegt werden, und Spender mit seltener Blutgruppe könnten Schwierigkeiten haben, Abnehmer für ihre Samenflüssigkeit zu finden. Von Interesse ist selbstverständlich auch das Aussehen. Hier ist die Nachfrage unterschiedlich – auch im Jahrhundert der käuflichen Gene finden es Eltern netter, wenn der Nachwuchs ihnen ein bisschen ähnlich sieht. Zwar werden die Samenproben nicht mit einem Porträtfoto versehen, da alles anonym bleiben muss, aber einen Steckbrief mit Angaben zu Körpergröße, Haar- und Augenfarbe sowie Beruf gibt es doch.
























