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Kultur & Gesellschaft
Darf bald jeder in die Harvard-Bibliothek?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Im Frühjahr ging eine Meldung um die Welt, die sich nach Revolution anhörte: Die amerikanische Elite-Universität Harvard öffnet die Tore ihrer über 80 Bibliotheken und ermöglicht jedem mit Computer und Internetanschluss den Zugang zum gesammelten Wissen des Planeten. Kostenlos.
Das größte Universitätsbibliotheks-System der Welt also nur einen Mausklick entfernt? Nicht ganz oder zumindest noch nicht. Richtig ist, dass Bibliotheksdirektor Richard Darnton viel für die sogenannte „Open Access“-Bewegung übrig hat. Deren Ziel ist es, wissenschaftliche Literatur und Materialien frei zugänglich zu machen. Anlass für die jüngste Botschaft aus Harvard war aber nur die Ankündigung einiger Fakultäten, eigene wissenschaftliche Veröffentlichungen zukünftig kostenlos im Internet zu publizieren.
Bisher erscheinen die meisten Forschungsergebnisse in teuren Fachzeitschriften, die dann wieder von den Bibliotheken angekauft werden müssen – ein gutes Geschäft für die Verlage, ein Ärgernis für die „scientific community“. Mit den „Open Access“-Ambitionen von Harvard und anderen Universitäten könnte sich das bald ändern.
Außerdem kooperiert Harvard schon seit 2005 mit Google Book Search, einem Projekt der Firma Google, bei dem Bücher gescannt und ihr Inhalt kostenlos im Internet verfügbar gemacht wird. Solche Kooperationen hat Google auch mit anderen Universitätsbibliotheken oder in Deutschland zum Beispiel auch mit der Bayerischen Staatsbibliothek in München.
Aber nur bei Büchern, die „gemeinfrei“ sind, also bei denen keine Urheberrechte mehr verletzt werden. Deren Zahl wird jedes Jahr größer, aber sie ist noch weit von den rund 16 Millionen Bänden entfernt, die in den Regalen der Harvard Libraries stehen.

























