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Doktor Eisenbarth

Chirurg mit eigenen Methoden

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Der junge Johann Andreas Eisenbarth will wie sein Vater einen medizinischen Beruf ausüben. Acht Jahre lang geht der gebürtige Oberpfälzer in die Lehre und wird einer der gefragtesten Wundärzte seiner Zeit. Jahrzehnte nach seinem Tod verschafft ihm ein Studentenlied zweifelhaften Ruhm.

Der wohlbeleibte Herr mit der gewaltigen Allonge-Perücke unter dem Dreispitz schwenkt triumphierend einen Brief. Ein Bote hat ihm eine Nachricht aus Magdeburg überbracht. Mit seinem Tross ist er gerade im westfälischen Münster angekommen. Nun liest der Herr im scharlachroten Rock mit wachsender Genugtuung:

»Seine Königliche Majestät in Preußen etc. Unser allergnädigster Herr befehlen Dero Magdeburgischen Regierung hiermit in gnaden den dortigen Oculisten (Augenarzt) Eisenbarth sobald Er wieder daselbst angelangt seyn in dero höchstem Nahmen anzubefehlen sich alsofort nach Stargard zu begeben, Woselbst Er sich beym Obristen Lieutenant von Grävnitz vom Borckschen Regiment, als welcher einen Schaden ans Auge bekommen, angeben und seinen äußersten Fleiß anwen-den soll, solchem wieder zu helffen. Signatum Berlin den 7. Februar 1716 – Fr. Wilhelm.«

Welch hohe Auszeichnung! Von allen Chirurgen Preußens wird ausgerechnet er, Johann Andreas Eisenbarth, nach Stargard befohlen, um einen Offizier des »Soldatenkönigs« Friedrich Wilhelm I. zu behandeln. Aber hatte derselbe König nicht erst vor kurzem einen scharfen Schuss gegen die fahrenden Ärzte losgelassen?
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Autor/in: Ulrich Doenike


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