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P.M. History Klassiker des Monats

Carl Zuckmayers »Hauptmann von Köpenick«

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ein hinterhältiges deutsches Märchen über Anbetung des Militärischen, Uniform-Kult und die Freude am Gehorchen-Dürfen. Mit seinem Drama schuf Carl Zuckmayer eines der großen deutschsprachigen Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts.

»Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke davon.« Das unerhörte Ereignis, über das die Berliner Zeitungen am 17. Oktober 1906 berichteten, griff 24 Jahre später der Theaterschriftsteller Carl Zuckmayer wieder auf.
Rund um die schicksalhafte »Verbindung« des Zuchthäuslers Wilhelm Voigt mit einer Hauptmanns-Uniform beschreibt er die Schwächen des deutschen Volkscharakters. Um diesem buchstäblich auf den Leib zu rücken, spielt der Autor virtuos mit dem eigentümlichen Charme und der Ehrlichkeit des Dialekts; wohlbekannte Typen und haarsträubende Situationen halten der Gesellschaft den Spiegel vor.

Als das Stück über die Kaiserzeit 1931 zur Uraufführung kommt, sind die Nationalsozialisten bereits zweitstärkste Partei in Deutschland. Seine ungebrochene Aktualität macht es in kürzester Zeit zum Kassenschlager an über hundert Theatern – bevor es 1933 verboten wird. Durch die Verfilmung mit Heinz Rühmann geht der »Hauptmann von Köpenick« 1956 in die Filmgeschichte ein.

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