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Augustus

Caesars skrupelloser Erbe

Nach der Ermordung Caesars 44 v. Chr. führte Gaius Octavius gegen seinen Rivalen Marcus Antonius einen erbitterten Krieg um die Macht, den er am Ende für sich entschied. Unter ihm entwickelte sich das Römische Imperium zum Kaiserreich, über das er 40 Jahre lang unangefochten herrschte. Er wurde als Augustus zum Vorbild der europäischen Monarchen.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Rom, Anfang September des Jahres 14 n. Chr.: Geschäfte und Märkte sind geschlossen, die ganze Stadt trauert. Auf dem Marsfeld ist ein riesiger Scheiterhaufen aufgeschichtet. Darauf ruht der tote Augustus, der Imperator des Römischen Reiches. Als die Flammen auflodern, fliegt ein Adler gen Himmel – nicht zufällig, denn er war freigelassen worden. Eine gelungene Inszenierung: Die Römer glauben nun, dass Augustus zu den Göttern aufgestiegen ist. Ein Senator beeidet später, er habe die Seele des Augustus in den Himmel fliegen sehen, und Livia, die Witwe des Toten, belohnt den Senator mit klingender Münze. Eine Million Sesterzen sollen es gewesen sein. Am 17. September verkündet der Senat, Augustus sei ein Gott – jetzt ist er ganz oben.

Angefangen hatte er ziemlich weit unten und unter anderem Namen: als Gaius Octavius Thurinus, genannt Octavian. Der Sohn eines wohlhabenden Bankiers und Kleinstadtpolitikers aus niederem Adel war am 23. September 63 v. Chr. in Velitrae am Fuß der Albanerberge zur Welt gekommen. Sein Vater war zwar einmal Senator in Rom gewesen und Statthalter der Provinz Makedonien, doch er starb zu früh, um dem Sohn den Weg ebnen zu können.

Atia, die Mutter Octavians, heiratete in zweiter Ehe einen römischen Patrizier, den ehemaligen Konsul Lucius Marcius Philippus, in dessen Haus Octavian dann aufwuchs. Da der gesellschaftliche Rang nur angeheiratet war, erkannten ihn die führenden Senatsfamilien Roms, die Nobiles, nicht als ihresgleichen an. Sie aber lenkten die Geschicke des Reiches, weil sie die höchsten Staatsämter bekleideten.

Zum Glück gab es einen prominenten Großonkel mütterlicherseits: Gaius Julius Caesar, Diktator auf Lebenszeit und mächtigster Mann Roms. Er suchte einen Erben, adoptierte Octavian und setzte ihn in seinem Testament als Haupterben ein – nicht nur für sein enormes Vermögen, sondern auch für sein politisches Vermächtnis.

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