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Brücken-Tunnel zwischen Europa und Afrika
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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In der Meerenge von Gibraltar will der US-Architekt Eugene Tsui das größte Bauwerk der Erde errichten. Die eigenwillige Kombination aus einer schwimmenden Brücke und einem Tunnel soll 14,5 Kilometer lang werden und den europäischen mit dem afrikanischen Kontinent verbinden. Ausgangspunkt ist das südspanische Tarifa. Dort senkt sich die Straße ab und geht über in eine drei Kilometer lange und 200 Meter tiefe Tunnelröhre. Diese taucht in der Mitte der Straße von Gibraltar wieder auf und führt – quasi als Brücke – über eine fünfeinhalb Kilometer lange künstliche Insel. Dann verschwindet die Strecke erneut unter Wasser, kommt vor dem marokkanischen Point Cires wieder zum Vorschein.
Die Tunnelelemente werden an Land aus wasserdichtem Beton und Edelstahl hergestellt und im Wasser wie die Teile einer Wirbelsäule aneinander gereiht. Stahlseile verankern die flexible Konstruktion im Meeresboden. Luftkammern, die sich mit Wasser fluten lassen, steuern den Auftrieb. Die Insel in der Mitte schwimmt auf Pontons und soll mit Hotels, Jachthäfen und künstlichen Stränden Touristen anziehen.
Für Autos und Laster sieht die transkontinentale Verbindung 24 Fahrspuren vor, des Weiteren sechs Eisenbahntrassen und mehrere 30 Meter breite Wege für Fußgänger, Radfahrer – sogar Reiter. Tsui erwartet bis zu 500000 Reisende pro Tag. Das Bauwerk ist gleichzeitig ein riesiges Kraftwerk. 150 Windräder auf der Insel, unterstützt von 80 Gezeitenturbinen im Unterwasserbereich, erzeugen zwölf Milliarden Kilowattstunden.
Der europäisch-afrikanische Brücken-Tunnel, kurz »Brunnel«, wäre damit der weltweit größte Kraftwerkspark zur Stromerzeugung aus Wind und Wasser. Damit könnten ganz Marokko sowie die südspanische Provinz Cadiz mit Elektrizität versorgt werden. Das Zehn-Milliarden-Euro-Projekt soll sich über den Stromverkauf selber finanzieren. »Die Verbindung ist nicht nur eine technologische und ästhetische Herausforderung, sondern soll auch die Unterschiede zwischen den Kulturen überbrücken helfen«, hofft Tsui.
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