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Wissenschaft aktuell

Bergbau auf dem Mond

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Bergbau auf dem MondBergbau auf dem Mond

»Bis 2020 wollen wir auf dem Mond zurück sein und dort eine bemannte Station betreiben«, verkündete US-Präsident George W. Bush vor 15 Monaten. Seitdem zerbrechen sich Weltraumspezialisten den Kopf über die zweckmäßige Gestaltung einer solchen Mondbasis.

Besonders weit gediehen ist ein gemeinsamer Entwurf der Technischen Universitäten München und Darmstadt. Er sieht einen 250 Quadratmeter großen Komplex vor, der zusammengefaltet zum Erdtrabanten transportiert und dort aufgeblasen wird. Er besteht aus Schlaf- und Wohnbereich, Fitnessraum, Treibhaus und Labor sowie Anlagen für Energieerzeugung und Recycling. »Die Anlage kann eine sechsköpfige Crew 500 Tage lang aufnehmen«, sagt Projektleiter Thomas Dirlich vom Lehrstuhl für Raumfahrttechnik der TU München.

Als Standort bietet sich möglicherweise der Nordpol an, der nach bisherigen Erkenntnissen fast ununterbrochen von der Sonne beschienen wird – also eine moderate Außentemperatur von »nur« minus 50 Grad Celsius aufweist und ideal für den Bau von Solarkraftwerken wäre.

Der fast 400000 Kilometer entfernte Außenposten der Zivilisation soll zum einen als extraterrestrischer Stützpunkt für künftige Weltraummissionen dienen, zum anderen könnte er den Bergbau auf dem Mond entwickeln helfen. Dieser ist reich an Bodenschätzen, darunter Eisen, Aluminium und das auf der Erde seltene Titan. Auf dem Erdtrabanten findet sich nach NASA-Studien auch das Edelgas Helium-3, ein optimaler Brennstoff für die Kernfusion, die auf der Verschmelzung von Atomen beruht, anders als die Kernspaltung strahlungsfrei.

Bis Ende des Jahres könnte im französischen Cadarache der Bau des ersten Fusionsreaktors beginnen. Die Kernfusion wird, wenn Erdöl- und Gasvorräte in 50 bis 100 Jahren auf der Erde erschöpft sind, Grundlage einer neuen nachhaltigen Energiewirtschaft werden, hoffen die Fusionsforscher – wodurch die Helium-3-Vorräte auf dem Mond erhebliche Bedeutung gewinnen würden.

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Autor/in: Wolfgang C. Goede


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