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Leonardo da Vinci

Begegnung mit einem Genie

Leonardo da Vinci war nicht nur Künstler, sondern auch Forscher. Eine große Ausstellung in London zeigt jetzt sein anatomisches Wissen.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Leonardo da Vinci (1452–1519) wurde 67 Jahre alt
iStockphoto

Nichts fand er so spannend wie Leichen. Sie verrieten ihm die verborgenen Geheimnisse der menschlichen Anatomie. Der Mann, der die »Mona Lisa« und das kaum weniger bekannte »Abendmahl« schuf, war zur selben Zeit eigentlich ein »Vollzeit-Wissenschaftler«. Sagt Martin Clayton, Ausstellungsleiter des britischen Königshauses. »Maler war er erst an zweiter Stelle.«

Wie bitte? Die Mona Lisa – das Werk eines Feierabend-Künstlers? Eines Hobby-Malers? Tatsache ist: Der aus dem italienischen Ort Vinci (in der Nähe von Florenz) stammende Leonardo war ein Universalgenie. Er kannte sich aus mit Botanik, Geologie, Mathematik, Ingenieurwesen, Waffentechnik, Architektur – und in allem war er Profi, kein Amateur. Er organisierte sogar die erste Müllabfuhr in Mailand. Und der von ihm geschaffene Entwurf einer Brücke ist so perfekt und zeitlos schön, dass er noch fünf Jahrhunderte nach seinem Tod als Vorlage diente: Das 110 Meter lange Bauwerk aus verleimtem Holz entstand 2001 in der Nähe von Oslo.

Was Leonardo zwischen 1480 und 1515 ganz besonders interessiert, ist der menschliche Körper. Ihn will er genau kennenlernen, und er nutzt jede Gelegenheit, dabei zu sein, wenn ein Toter seziert wird. Welche Nerven gibt es? Wo enden sie, wie sind sie mit Muskeln verbunden? Solche Fragen hat noch kein Künstler zuvor gestellt. In Tausenden Skizzen hält der Meister fest, was er sieht, vom Skelett bis zu den inneren Organen. »Mein Plan des menschlichen Körpers wird vor dir ausgebreitet, als hättest du den Menschen in natura vor dir«, erklärt Leonardo. Er findet, dass die Zeichnungen sogar einer Live-Anatomie überlegen sind.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (5 Bewertungen)
Autor/in: Martin Tzschaschel

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