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Beengte Schulen bringen Mobber hervor

Beengte Schulen bringen Mobber hervorBeengte Schulen bringen Mobber hervor

Nicht die schlechte Erziehung durch Eltern oder Lehrer, sondern die Schulbauten sind Schuld am unsozialen Verhalten, Mobbing und der Entfremdung der Kinder – das hat eine Untersuchung der University of Manchester ergeben. Die Schulen sind zu klein, überall herrscht Platzmangel, in den Gängen, Turnhallen und Mensen: Das hat einen entscheidenden Einfluss auf die negative Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.

Die Lernstätten in England platzen aus allen Nähten. Infolge der Erweiterung der Schulplicht auf mindestens neun Jahre stoßen vor allem ältere Schulgebäude an ihre Grenzen, da sie für weniger Klassen ausgelegt waren. Neuere Schulen wurden nach dem Prinzip »Platz- und Kostensparen« gebaut. So entstanden beispielsweise kombinierte Aulen und Mensen, die weder „Fisch noch Fleisch“ sind.

»Die Klassenzimmer, Fahrradständer und Toiletten wurden Stätten des sozialen Fehlverhaltens“ erklärt Naomi Breen nach Untersuchungen an 18 britischen Schulen. Dort werde gemobbt, geraucht und gerauft.
Früher hätten die Lehrer mit den Schülern gegessen und seien so eine Art Vorbild am Tisch gewesen. Heute haben Lehrer eigene Essensräume und die Mensen wurden zu lärmenden Orten, wo Rowdytum und Indisziplin herrschten.

Ein großes Problem sind die Gänge in den Schulen, früher ein Hort der Ruhe, heute ein einziges Chaos. Die Wege zwischen den Klassenzimmern sind meistens so lang, dass die gesamte Pause vom Raumwechsel aufgefressen wird. „Da bleibt keine Zeit zum Erholen oder Abschalten“, hat Ms. Breen beobachtet. Turnhallen werden für Prüfungen zweckentfremdet – keine ideale Umgebung für gute Denkleistungen.

Ihre Studie lässt sich unbesehen auf viele Schulen in Deutschland übertragen. So klagen die Lernanstalten Thüringens schon seit langem über Platzmangel und dass sie „totgespart“ werden. Größere, freundlichere Unterrichtsräume und kurze Wege – das könnte die Köpfe der darin Lernenden aufhellen und ihre Leistung erheblich steigern, auf der Insel ebenso wie auf dem Kontinent. Mit gutem Beispiel voran geht das Hamburger Johanneum, das in alten Gemäuern für anregende Klassenräume sorgt (Foto) und auch sonst für frischen Wind sorgt.

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