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Kultur & Gesellschaft
Bayerisch oder Sächsisch: Was klingt schöner?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Welchen Dialekt hören Sie besonders gern? Die meisten Menschen antworten spontan: Bayerisch. Sächsisch, Schwäbisch und Hessisch dagegen landen regelmäßig ganz hinten in der Beliebtheitsliste. Das hat zum Teil mit sprachlichen Gegebenheiten zu tun. Im Sächsischen und Schwäbischen werden viele Vokale und die R-Laute hinten im Hals artikuliert. Das wirkt auf Anderssprechende oft distanziert, undurchschaubar. Im Bayerischen dagegen werden die Vokale sehr weit vorn im Mund gebildet - die Sprache kommt ehrlicher und direkter an.
Das Hessische wiederum ist für Zuhörer oft problematisch, weil es fast nur weiche stimmhafte Konsonanten kennt. Das wirkt spannungs- und kraftlos, ein bisschen schlampig gesprochen. Zu unserer Dialektwahrnehmung kommt ein weiterer Punkt hinzu: Bayern ist das beliebteste Urlaubsbundesland der Deutschen, die Assoziationen sind durchweg gut - klare Luft, grüne Wiesen, hohe Berge, gemütliche Lebensart.
Schwäbisch landet auf den hinteren Rängen, weil die vermeintlich sparsamen, ordnungsliebenden Ländle-Bewohner nicht das sympathischste Image haben. Sächsisch hat das Pech, dass es im Westen immer noch nach Erich-Honecker-Parteitagsreden klingt (dabei war Honecker gebürtiger Saarländer und sprach ein gekünsteltes Sächsisch). Immerhin können sich die Sachsen trösten: Zu Zeiten des Freiherrn von Knigge galt "Meißnerisch" als edelster deutscher Dialekt - Goethe zum Beispiel legte Wert darauf, gepflegtes Sächsisch zu sprechen, obwohl er gebürtiger Frankfurter war.
P.M. Fragen & Antworten 08/2011

























