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Natürliche Laternen

Bakterien bringen Bäume zum Leuchten

Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch die Nacht und es schlägt gerade die Geisterstunde. Statt von herkömmlichen Straßenlaternen wird Ihr Weg von Bäumen beleuchtet, die gespenstisch blaues Licht auf die Straße werfen. Ein surrealer Traum? Vielleicht nicht mehr lange.

Leuchtende Bäume - glänzende Aussichten für verliebte Flaneure. Dass das Licht von Bakterien erzeugt wird, ist allerdings weniger romantisch...Leuchtende Bäume - glänzende Aussichten für verliebte Flaneure. Dass das Licht von Bakterien erzeugt wird, ist allerdings weniger romantisch...
Leuchtende Bäume - glänzende Aussichten für verliebte Flaneure. Dass das Licht von Bakterien erzeugt wird, ist allerdings weniger romantisch...
Theo Sanderson/Team Cambridge

Studenten der Cambridge University sind bereits den ersten Schritt in Richtung dieser Traum-Straße gegangen. Die Briten haben Bakterien zum Leuchten gebracht. Die Natur ist zwar voll von Kreaturen, die in der Dunkelheit glühen. Selbst Fische und Algen können leuchten. Ihr Schein ist aber zu schwach, um ihn als effiziente Lichtquelle nutzen zu können.

Die Nachwuchsforscher veränderten die Gene von Glühwürmchen und verschiedenen Bakterien. Als Ergebnis davon konnten die Enzyme dieser Lebewesen mehr Licht erzeugen, sogar in unterschiedlichen Farben. Diese modifizierten Gene setzten sie in das Erbgut von Coli-Bakterien ein. Eine Bakterienkolonie in der Größe einer Weinflasche erzeugte so viel Licht, dass man damit ein Buch in der Dunkelheit lesen konnte!

Kurzlebige Moleküle verzögern Forschung

Das ist ein Anfang, aber die Studiosi sind noch weit von ihrem Ziel entfernt, natürliche Laternen herzustellen. Die größte Herausforderung bei der Erzeugung leuchtender Organismen sind die sogenannten Luziferine. Diese Moleküle emittieren das Licht, oxidieren dann aber – und sind zu keiner Leuchtreaktion mehr fähig.

Die Cambridge-Genetiker fanden unterdessen eine Methode heraus, wie sich die oxidierten Luziferine recyceln lassen. Das steigert deren Biolumineszenz. Wenn es gelänge, auf Bäume diese Wiederverwertungstechnik zu übertragen, würden sie wie Bakterien aufleuchten, glauben die Forscher – und zwar mit geringem Energieaufwand: Nur 0,2 Prozent der auf dem Wege der Photosynthese hergestellten Energie wären dafür nötig.

Die pflanzlichen Leuchtkörper wären attraktiv für regenerative Haushalte. Die Lichtausbeute ist eine Frage der Pflanzendichte. Je größer die Biomasse, desto mehr Helligkeit verbreitet sie. Leuchtende Bäume wären nie so hell wie moderne elektrische Lampen, dafür aber viel romantischer.

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Autor/in: Anja Reiter 23.12.2010



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