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Internetradio
Aus Tausenden von Sendern wählen
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Vielleicht ist es ja symptomatisch: Als nach dem Zweiten Weltkrieg die damals überlegene UKW-Technik startete, war Deutschland ganz vorn mit dabei. Die Digitalisierung des Sendernetzes hat die Republik aber gründlich versemmelt – seit den 1990ern dümpelt »Digital Audio Broadcast« (DAB) vor sich hin.
Faktisch ist diese Spielart des Digitalfunks tot. Und mittlerweile weitgehend überflüssig. Denn im Internet schießen die Radiostationen wie Pilze aus dem Boden.Tausende Kanäle warten auf Hörer. Neben den Web-Ablegern herkömmlicher Radiosender finden sich im Netz auch viele Spartenkanäle – erfrischend weit weg vom Einheitsbrei der »größten Hits der 80er, 90er und dem Besten von heute«. Viele Internetradios sind zudem werbefrei. Einen guten Überblick bietet die Seite www.shoutcast.com.
Ist Ihr PC mit dem Internet und Lautsprechern verbunden, ist der Empfang kein Problem. Aber wie kommt die Musik aus dem Netz auf die Hi-Fi-Anlage, ins Schlafzimmer oder in die Küche?
Mit spezialisierten Radios oder Empfängern. Voraussetzung: Sie haben einen DSL-Anschluss – vernünftigerweise mit Pauschaltarif für den Internetzugang. Weiter nötig: ein Router, der mit dem Internet verbindet und interne Geräte vernetzt. Aktuelle Modelle senden die Daten nicht nur per Kabel, sondern auch drahtlos – die idealen Partner, um innerhalb der Wohnung oder Grundstücksgrenzen die Netzradios genauso nutzen zu können wie ein klassisches Kofferradio.
Fast alle Internetradios eignen sich nicht nur für Musiksignale aus dem WWW, sondern auch aus dem heimischen Netz. Wenn Sie Ihre CD-Sammlung bereits (meist im MP3-Format) auf den PC kopiert haben, können Sie sie via Netzwerk an die Empfänger verteilen. Auch hierfür ist, ähnlich wie für TV-Geräte (siehe Seite 64), DLNA-Serversoftware erforderlich. Die meisten Netzradiosender nutzen ebenfalls MP3 als Audioformat. Microsofts Windows Media Audio (WMA) findet sich oft, seltener das vor allem von Apple propagierte Format AAC oder das patent- und lizenzfreie Ogg-Vorbis.
Gute Netzradios kommen mit diesen vier Audioformaten zurecht – optimal ist es, wenn sie zusätzlich noch das verlustfreie FLAC unterstützen. Das verwendet zwar keine der Internetstationen; Audiophile, die ihre CDs originalgetreu auf der Festplatte speichern wollen, nutzen FLAC aber gern fürs hausinterne Netz. Denn MP3 & Co. können den Klang geringfügig oder auch deutlich schmälern – FLAC nicht.
Wer die Musiksammlung auf dem PC liebevoll gepflegt, sprich: mit Bildern der CD-Hüllen versehen hat, will die auch auf dem Bildschirm des Netzradios sehen – gute Modelle machen das möglich.
Netzradios gibt es als eigenständige Geräte mit Lautsprechern an Bord, oft auch mit Batteriebetrieb. Andere Modelle docken an die Hi-Fi-Anlage an. Aktuelle Musikanlagen bringen die Funk-Netzwerktechnik gleich mit und bieten so maximalen Komfort.
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