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Elisabeths Ahnen

Aus Herzog Georg wird King George

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Als Königin Anna im Jahr 1714 ohne Nachkommen starb, hatten die Engländer ein Problem: Weil sie keinen katholischen Stuart-König wollten, hatten sie einen Protestanten gesucht – und in Hannover einen Kandidaten gefunden.

Hannover, am 14. September 1533: Fast die gesamte Bürgerschaft drängt sich auf dem Marktplatz. Doch nicht das Feilschen von Händlern ist zu hören, sondern alle reden wild durcheinander. Aufruhr, Revolte liegt in der Luft! Der Zorn der Bürger gilt dem katholischen Herzog Erich, der auf ihre Kosten die leere Staatskasse gefüllt hatte – die Stadt musste sich die Religionsfreiheit teuer erkaufen. In der Ferne sind Schüsse und das harte Aufschlagen von Pferdehufen zu hören. Drei Reiter biegen in den Marktplatz ein, schreien etwas, die Botschaft geht von Mund zu Mund: »Der katholische Rat und die Geistlichen sind geflohen!« Die Menge jubelt. Von diesem Tag an war Hannover protestantisch.

Anfang Januar 1533: Im 600 Kilometer entfernten England liegt König Heinrich VIII. in seinem Schlafzimmer auf dem Bett und hält seine Geliebte Anne Boleyn, die Tochter eines seiner Minister, in den Armen. Die ganze Woche hat sie sich ihm entzogen und ihn damit fast in den Wahnsinn getrieben. Endlich wird er sich nehmen, was er braucht. Doch es sind nicht nur sexuelle Begierden, die Heinrich stillen will. Er wünscht sich nichts sehnlicher als einen männlichen Thronerben, damit das Haus Tudor nicht ausstirbt. Die Nacht bringt den gewünschten Erfolg: Wochen später lässt Anne Boleyn ihm mitteilen, sie sei schwanger. Heinrich ist sich sicher – diesmal ist es ein Sohn. Sein Entschluss steht fest: Er muss sich von seiner Gemahlin Katharina von Aragon trennen. Sie hatte zwar fünf Kinder zur Welt gebracht, von ihnen überlebte jedoch nur Prinzessin Mary.

Um die männliche Nachfolge zu sichern, will er Anna zur Frau nehmen. Käme deren Kind vor einer Eheschließung zur Welt, gilt es als Bastard und ist von der Thronfolge ausgeschlossen. Heinrich muss handeln. Papst Klemens VII. (1523–1534) weigert sich jedoch, seine Zustimmung zu einer Scheidung zu geben. Dem König bleibt keine andere Wahl: Er kehrt Rom den Rücken und erlässt die »Suprematsakte«.
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Autor/in: Julia Lippert


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