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Digitalkameras

Auf die Zukunft fokussiert

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Nicht nur die schiere Menge des Angebots an Digitalkameras überfordert Laien wie Fachleute. Die Hersteller kreieren immer neue Produktgattungen, um auch exotische Wünsche bedienen zu können. P.M. hat für Sie das aktuelle Angebot gesichtet.

Sie sind der Ruhepol im verwirrenden Markt: Bei den klassischen Spiegelreflexmodellen (D-SLR, Digital Single Lens Reflex) geht es noch recht gesittet zu. Zwei Extras zeichnen diesen Kameratyp aus: Vor dem Auslösen zeigt der Sucher exakt das Bild der Optik – ideal, um das Motiv präzise einzufangen. Und: An D-SLRs lässt sich das Objektiv wechseln, um für unterschiedlichste Aufnahmesituationen optimal gerüstet zu sein. Mit einer Weitwinkellinse an der D-SLR lichtet der Fotograf die Hochzeitsgesellschaft in der engen Gaststube perfekt ab, mit einem Teleobjektiv holt er den Fußballprofi im Stadion formatfüllend ins Bild.

An viele D-SLRs passen nicht nur die aktuellen Optiken einer Marke – solange der Anschluss (meist ein Bajonett-Mechanismus) identisch ist, lassen sich auch ältere Linsen weiter nutzen. Der feine Unterschied: In manchen D-SLRs stecken Vollformatsensoren – der Bildchip hat mit 24 × 36 Millimetern dieselbe Fläche wie einst der Kleinbildfilm. Andere D-SLRs setzen auf die kleineren APS-Sensoren (so benannt nach dem recht erfolglosen Filmformat). An digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-Sensor wird aus der 50-Millimeter-Standardbrennweite ein leichtes Teleobjektiv – bezogen aufs Kleinbildformat entspricht der Bildausschnitt etwa einer 80-Millimeter-Linse. Besonders Weitwinkelobjektive verlieren durch diesen Vergrößerungsfaktor an Wirkung – wer von einer Film-SLR auf ein Digitalmodell mit APS-Sensor wechselt, wird das eine oder andere Objektiv neu kaufen müssen.

Kameras bis etwa 2000 Euro richten sich an anspruchsvolle Hobbyknipser – teurere D-SLRs sind für Berufsfotografen gedacht.

Panasonic und Olympus wollen eine intelligente Alternative zu diesem wuchtigen Kameratyp bieten: Sie verpflanzen im aktuellen Sortiment ihre ursprünglich für D-SLRs entwickelten Wechsellinsen an Kompaktkameras. So wollen die Hersteller die Bildqualität der »großen Eisen« in ein taschenfreundliches Format packen.

Neudeutsch Bridge-Typ genannte Digitalkameras machen es umgekehrt: Sie sehen aus wie D-SLRs, haben aber ein leistungsfähiges Zoomobjektiv fest eingebaut. Zielgruppe: engagierte Hobbyfotografen, die eine große, gut in der Hand liegende Kamera fordern, aber auf Wechseloptiken verzichten können.

Die Masse des Angebots bestreiten aber die Kompaktkameras. Sie gibt es zu Preisen von unter 100 bis etwa 600 Euro. Ihr gemeinsames Kennzeichen: Die Optik ist Bestandteil der Kamera; an den meisten Modellen wird sie im Gehäuse versenkt, wenn die Knipse ausgeschaltet wird.

Innerhalb dieser Klasse verästelt sich das Angebot weiter: Design-orientierte Modelle sind meist sehr kompakt und schick – die oft winzigen Linsen kosten aber Qualität. Andere Kompaktkameras versprechen eine besonders weitwinklige Optik – mit Anfangsbrennweiten von 24 Millimetern (bezogen aufs Kleinbildformat) passt auch in engen Räumen oder Gassen viel Motiv aufs Bild. Manche Kompakte tut sich durch ihren großen Zoomfaktor hervor. Modelle mit beispielsweise einer Zehnfachoptik decken so den Bereich von 35 (Weitwinkel) bis 350 Millimeter (starkes Teleobjektiv) ab.

Aber was ist beim Kauf wichtig? Steht die Bildqualität an erster Stelle, führt an den D-SLRs kein Weg vorbei. Mit ihrem wuchtigen Äußeren sind sie aber nicht unbedingt ideale Urlaubs- oder Freizeitbegleiter. Designkameras hingegen sind ideal als Zweitmodell für die Jacken- oder Handtasche.

Wer eine Kamera sucht, die noch leicht ist, aber bei der Qualität wenig Kompromisse macht, ist im gehobenen Kompaktkamera-Sortiment optimal bedient. Hier finden sich Modelle mit ausreichend großen und entsprechend leistungsfähigen Linsen, griffigen Bedienelementen und von Kennern geschätzten Extras wie einem Blitzanschluss.

Ein Kaufkriterium ist übrigens keines: die Zahl der Pixel. Experten wissen es: Für die üblichen Foto-Größen reichen sechs bis acht Millionen Bildpunkte (Megapixel) auf dem Aufnahmechip völlig aus. Noch mehr Pixel heißt bei Kompaktkameras: schlechteres Bild. Denn die Bildwandler werden nicht größer, auf derselben Fläche drängeln sich folglich immer mehr Pixel. Jeder einzelne Bildpunkt bekommt also weniger Licht ab; schon bei leicht bewölktem Himmel zeigt sich dann im Bild farbiges Flimmern (»Rauschen«). Oft versuchen die Kameras, diese Störungen wegzurechnen, wodurch das Bild weich wirkt. Die ganze Megapixelpracht verpufft also bei kleinen Kameras wirkungslos. Bei D-SLRs mit Vollformat-Sensor liegen die Dinge anders – aber auch hier ist bei rund 15 Megapixeln für die meisten Bildformate die Grenze des Sinnvollen erreicht.

Egal, ob D-SLR oder Kompaktkamera: Die Optik ist am Ergebnis ebenso beteiligt wie der Aufnahmechip. Ein paar Probeschüsse, die man anschließend in Ruhe auf einem guten Bildschirm betrachtet, zeigen Schwächen schnell auf. Typische Fehler – besonders bei Modellen mit großem Zoomfaktor – sind verzogene Linien oder Farbringe und -ränder.

Ein optischer Bildstabilisator hilft gegen verwackelte Bilder – den sollte jede Kamera mitbringen. Wer oft in Räumen fotografiert, schätzt auch einen Blitzschuh – die in die Kameras eingebauten Blitze sind nicht sonderlich hell, ihr direktes Licht recht kalt und schroff. Und schließlich lohnt es sich, etwas Geld für einen hochauflösenden Bildschirm in der Kamera zu
investieren – einfache Modelle zeigen mit rund 200.000 Pixeln viel zu wenig, um auch nur ansatzweise einschätzen zu können, ob die Bilder wirklich scharf sind. Gute Bildschirme bringen mindestens eine halbe Million Bildpunkte mit – beim Display sind mehr Pixel tatsächlich noch hilfreich.

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Autor/in: Karl-Gerhard Haas

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