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Tyrannen ade

Athens langer Weg zur Demokratie

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Vor 2500 Jahren brachen die Athener als erste das Recht der Stärkeren, der Reichen und des Adels. Sie nahmen die Geschicke ihrer Stadt selbst in die Hand – das war die Geburtsstunde der Demokratie


Es war im Spätsommer des Jahres 480 v. Chr., als die Athener den mutigsten und folgenreichsten Schritt ihrer Geschichte wagten. An die 100000 Menschen aus ganz Attika versammelten sich am neu gebauten Hafen Piräus. In kleinen Gruppen standen sie zusammen: Männer mit ihren Frauen und Kindern, Handwerker und Händler aus den Gassen Athens, Bauern aus dem Hügelland im Norden und den Küsten im Süden, Bettler und Edle. Es muss die nackte Angst gewesen sein, die sich auf ihren Gesichtern spiegelte, als sie nach und nach die Schiffe bestiegen und auf das Ufer zurückblickten. Würden sie ihre Heimat je wiedersehen? Oder würden sie bald allesamt als Sklaven verkauft oder gar getötet werden?


Trost spendete den Flüchtlingen das hölzerne Standbild der Athene, das sie mit sich führten. Ihre ganze Hoffnung aber setzten sie auf die neuen Kriegsschiffe, die die Werftarbeiter in den letzten Jahren gebaut hatten, und von denen einige nun vorübergehend noch als Fähre dienten, ehe sie zur großen Schlacht ausliefen. Weithin zu hören war der Takt der 200 Ruder, die zu den Kommandos platschend ins Wasser eintauchten. Der Geschichtsschreiber Plutarch berichtet vom »Jammern und Trauern der Haustiere«, die am Ufer zurückbleiben mussten (zusammen mit ein paar ganz Alten und Gebrechlichen). Der Hund des Xanthippos, »so erzählt man sich, sei im Wasser neben dem Schiff seines Herrchens hergeschwommen. Er habe tatsächlich das Ufer von Salamis erreicht – und sei dort sogleich vor Erschöpfung tot umgefallen.«


Die Evakuierung der Stadt im Jahre 480 markiert Athens »Aufbruch in die Weltgeschichte«, meint der Althistoriker Christian Meier, der mit dieser Szene auch sein Athen-Buch (siehe »Empfehlungen«) beginnt. In der Tat ist das Ereignis sinnbildhaft...
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (7 Bewertungen)
Autor/in: Stefan Primbs


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