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Antigravitation
Antigravitation: Gibt es sie doch?
Eine Sensation bahnt sich an: Der Physiker Martin Tajmar will in einer raffinierten Apparatur künstliche Gravitation erzeugt haben – das schien bisher völlig unmöglich. Tajmars Forschungsergebnisse werden jetzt unter absoluter Geheimhaltung überprüft: Sie könnten die Basis für unglaubliche Technologien der Antigravitation sein.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Antigravitation - die Erzeugung von Schwerelosigkeit auf der Erde
Auf den Freitag freut sich Martin Tajmar immer ganz besonders. Freitag ist Experimentiertag. Wenn sich seine Kollegen im österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf langsam Richtung Wochenende verabschieden, geht der 32-jährige Physiker in das kleine Labor schräg gegenüber seinem Büro. Dort hat er eine Maschine aufgebaut, die für eine wissenschaftliche Sensation gut ist. Denn wenn sie hält, was sie verspricht, dann scheint das bisher Unmögliche doch möglich zu sein: die Erzeugung von Schwerelosigkeit auf der Erde - Antigravitation. Tajmar kann die bisherigen Erfahrungen mit seiner Zaubermaschine selbst kaum fassen und gibt sich entsprechend vorsichtig: »Meine Arbeit ist work in progress – aber die Kräfte, die ich messe, könnten so interpretiert werden.«
Seit Jahrtausenden rätseln die Forscher über das Geheimnis der Erdanziehung. Aristoteles glaubte noch, Gegenstände fallen zu Boden, weil ihr natürlicher Platz im Mittelpunkt des Universums liegt – also auf der Erde. Isaac Newton führte die Gravitation dann auf die Anziehungskräfte von Massen zurück – dadurch kreisen die Planeten um die Sonne, fällt der Apfel auf den Boden. Albert Einstein wusste es genauer. In seiner Allgemeinen Relativitätstheorie postulierte er, dass sich Massen nicht nur anziehen, sondern auch die umgebende Raumzeit verändern: Je nachdem, wie groß die Masse eines Gegenstands ist, verformt sie das Raumzeit-Gitter, in dem sie sich bewegt: Supermassive Neutronensterne »beulen« den Raum stark aus, Newtons berühmter Apfel praktisch kaum. Auch wenn wir dank Einstein Gravitation sehr exakt beschreiben können – eines hat noch niemand geschafft: die Gravitation irgendwie zu beeinflussen oder gar auszuschalten – also Schwerelosigkeit zu erzeugen.
Wenn das gelänge, ließen sich völlig neue Technologien entwickeln – der Ingenieurs-Fantasie wären kaum Grenzen gesetzt. Man könnte schwere Lasten zum Schweben bringen und sie wie mit unsichtbaren Traktoren mühelos verschieben. Man könnte Geräte in Autos einbauen, die die Kurvenlage verbessern. Man könnte Schwerelosigkeits-Labors auf der Erde einrichten: Manch teure Weltraummission für Experimente im All wäre dann überflüssig.
In der Sciencefiction-Literatur geistern »Antigravitations-Maschinen« und »Gravitations-Transformatoren« schon lange herum. Auch seriöse Forscher glaubten schon, die Schwerkraft überlisten zu können. Vor etwa zehn Jahren behauptete der russische Physiker Eugene Podkletnov, er habe eine Maschine konstruiert, mit der er die Schwerkraft abschirmen könne. Niemand hat sie freilich je zu Gesicht bekommen, und das Urteil der Physiker fiel eindeutig aus: »Schwachsinn« und »ein Ding der Unmöglichkeit« lauteten die Kommentare. Auch Martin Tajmar denkt da nicht anders: »Die Erdanziehung lässt sich nicht abschirmen. Und eine ›Antigravitation‹ gibt es schon gar nicht.«
Eine Maschine für die Antigravitation
Tajmars Maschine funktioniert anders. Von außen sieht sie unspektakulär aus: eine brusthohe, mit Sand gefüllte Holzkiste; darin eingebettet ist ein Vakuumbehälter, mit Stahlträgern an Boden und Decke der Kiste verankert. In dem Behälter dreht sich ein 150 Millimeter breiter Ring aus dem seltenen Metall Niob. Mit flüssigem Helium auf minus 270 Grad Celsius abgekühlt, wird der Ring supraleitend: Strom kann dann ohne Widerstand durch ihn hindurchfließen. Tajmar versetzt diesen Supraleiter mit einem Motor in Rotation – bei 6000 Umdrehungen pro Minute meldet eines der Messgeräte ein bizarres Signal: Demnach hätte es sich verdreht. Aber wie kann das sein? Das Gerät ist fest installiert. Wenn das gemessene Signal korrekt ist, dann hat Tajmar ein künstliches Gravitationsfeld der besonderen Art erzeugt – ausreichend stark, um einen Gegenstand zu bewegen.
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