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Zeus' Ahnen

Als Kronos seinen Vater entmannte

Anders als der Christliche Gott ist Der Griechische Göttervater Zeus nicht der Schöpfer von Himmel, Erde Und Menschen. Zeus ist ein Nachkomme einer langen Reihe von Göttern, die auf Gaia und letztlich das Chaos zurückgehen. Bevor Zeus den Olymp erobert, herrschen Mord und Totschlag im Universum.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Als Kronos seinen Vater entmannteAls Kronos seinen Vater entmannte

Stellen Sie sich einen gewaltigen blubbernden Kessel über dem Feuer vor, in dem Fleischstücke und alle Arten von Gemüse kochen. Die vielen Zutaten dieses riesigen Eintopfs wirbeln wild umher, Sud, Brei und Dampf bilden zunächst nur eine wabernde, undurchsichtige Masse. So ungefähr dürften sich die Griechen der Antike den Urzustand, die Stunde null der Existenz, ersonnen haben – das heißt, die Zeit vor der Erschaffung der Welt und der Götter. Diesen Urzustand, der einer »kochenden Suppe« ähnelte, nannten sie »Chaos«.

Der griechische Dichter Hesiod – er lebte vor über 2700 Jahren in Böotien, einer Landschaft im östlichen Mittel-griechenland – ist die früheste Quelle für diese Überlieferung. In seinem langen Lehrgedicht »Theogonie« (»Entstehung der Götter«) schilderte er nach den alten Traditionen den Werdegang der Götter- und Menschenwelt.

»Zuerst entstand das Chaos«, schreibt er. Das Wort bedeutete im Altgriechischen etwa »formlose Materie«, »endloser Raum«, »gähnende Leere«. Das war der erste Schritt. Nun erschien Gaia, deutsch »Erde«; nach ihr Tartaros, ein trister und unerforschter Abgrund: die Unterwelt, die sich nach griechischen Vorstellungen weit unterhalb der Erde erstreckte. Schließlich wurde Eros, die Liebeskraft, in dieser Ursuppe erkennbar.

Nach diesem dramatischen Vorspiel kommt die Schöpfung nach Hesiod erst recht in Schwung. Zunächst erzeugt das Chaos – ohne Partner – Erebos und Nyx (»Finsternis« und »Nacht«). Die Nacht wird nun, auch im Alleingang, zur Mutter des Tages – eine interessante Vorstellung! Auch Gaia, die Erde, wird allmählich aktiv. Sie erzeugt aus sich selbst Uranos, den Sternenhimmel. Zugleich türmt sie sich zu hohen Gebirgen auf und erschafft um sich herum eine Art Urmeer namens »Pontos«.

Mit ihrem Sohn Uranos, dem Sternenhimmel und gleichwertigen Partner, vereint sich nun die Erde, um noch weiteres Leben zu erzeugen. Ihre ersten Kinder nannten die Griechen Titanen; sie sind keine Urkräfte mehr wie Eros, Himmel oder Chaos, sondern richtige Götter, die über menschenähnliche Züge und teils erkennbare Persönlichkeiten verfügen. Ihre Namen: Okeanos, Klymene, Kreios, Iapetos, Hyperion, Theia, Rhea, Themis, Mnemosyne, Phoibe, Tethys und Kronos.

Vielleicht fragen Sie sich an dieser Stelle, wo in der bisherigen göttlichen Auflistung Zeus geblieben ist. In der Schule lernen wir, dass der Obergott der Griechen Zeus heißt, was auch stimmt. Hesiod glaubte natürlich an ihn, den Allwissenden und den Allmächtigen. Zeus war zudem, wie man aus der Mythologie erfährt, selbst Schöpfergott. Er vernaschte, verführte, vergewaltigte und liebte zahllose Göttinnen und schöne Menschenfrauen, die dann seine Kinder, unsterbliche und sterbliche, gebaren. Dass er aber nicht an der ersten Stelle der Schöpfung stand, war für die Griechen der Antike kein Problem. Denn sie waren fest davon überzeugt, dass es eine Zeit gegeben hatte, zu der ihr Obergott noch nicht existierte. Für uns ist das eine eigenartige Vorstellung. In der Bibel heißt es: »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.« Ein Grieche hätte etwa gesagt: »Am Anfang schufen Himmel und Erde (Uranos und Gaia) die Götter.«

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Autor/in: P.J. Blumenthal


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