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George Washington

Alpha-George Amerikas Übervater

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Die amerikanischen Kolonien waren ein Spielball der Monarchien in Europa – bis der Plantagenbesitzer und Soldat George Washington eine Revolution anführte und die alte Weltordnung aus den Angeln hob. Sein Name wurde zum Synonym für die mächtigste Nation der Erde.

Die Frage, warum George Washington so schmallippig von der Ein-Dollar-Note blickt, kann jedes amerikanische Schulkind beantworten: Mr. President muss die Lippen zusammenpressen, damit sein Gebiss nicht herausfällt. Über den Helden des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges gibt es heute sogar ein Kinderbuch mit frechen Reimen über seinen zahnlosen Mund. Das konnte der imagebedachte Mann vor 200 Jahren nicht ahnen, sonst hätte er den Beweis für seine Dentalprobleme beizeiten vernichten lassen: eine Metallprothese mit bräunlichen Elfenbeinstummeln, die einst in den Mäulern von Elefanten und Walrössern Dienst taten. Wie eine Reliquie ist das Gebiss George Washingtons in seinem zum Museum umgewandelten Landsitz Mount Vernon ausgestellt – zum Gaudium der Schulklassen.

Schon zu Lebzeiten wurde der erste US-Präsident wie ein weltlicher Nationalheiliger verehrt. Unter seiner Führung ist es den 13 amerikanischen Kolonien der Ostküste gelungen, sich aus den Fängen ihres dominanten Mutterlandes Großbritannien zu befreien. Danach wurde er an die Spitze der ersten neuzeitlichen Demokratie gewählt – ein Vorbild für die Revolutionäre im alten Europa, die ebenfalls ihre adeligen Herren davonjagten. In den Augen der Nachwelt wandelte sich George Washington zur Ikone, gewaltig und unantastbar – wie das von ihm angeführte, in Stein gehauene Quartett der bedeutendsten US-Präsidenten am Mount Rushmore.

„Wir tragen ihn in der Brieftasche, aber nicht im Herzen“, stellt der amerikanische Historiker Joseph H. Ellis in seiner aktuellen Biografie fest. Wir stürzen uns auf Anektdoten wie die über seine Zähne, weil wir über den Menschen aus Fleisch und Blut, über seine Gefühle und Leidenschaften, recht wenig wissen.
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Autor/in: Barbara Hartl


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