Grundlagenforschung ist, was ich tue, wenn ich nicht weiß, was ich tue.
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Spielarten der Lust
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Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Fix und fertig vom zermürbenden Dauerkrieg gegen Sparta kehren die Helden nach Hause zurück. Eine kleine Kampfpause, ein bisschen erotische Entspannung im ehelichen Bett, mehr wollen sie gar nicht. Doch stattdessen: Frust und tote Hose in Athen. »Aphrodites Nachtfest« fällt aus, denn während sich die Krieger auf dem Schlachtfeld abgerackert haben, ist zu Hause eine sexuelle Revolution ausgebrochen: Ihre Frauen haben sich mit den Schwestern aus Sparta verbündet, die Akropolis besetzt, die Kriegskasse beschlagnahmt – und sämtliche Liebesdienste eingestellt. Sie haben die Nase voll vom Krieg und von den einsamen Nächten, wenn die Herren der Schöpfung zum Hauen und Stechen in der Fremde sind: »Für Frauen ist es schwer, bei Gott, allein zu schlafen und vom Mann getrennt.«
Und deshalb ist jetzt Schluss, der Spieß wird umgedreht: »Nie soll ein Buhler oder Ehemann hinfort mir nahekommen mit erhobner Lanze«, schwört Lysistrata – und zieht den sexuellen Generalstreik durch. Die entnervten Männer, von ihren »erhobnen Lanzen« gepeinigt, können schließlich nur noch Frieden schließen, wenn sie nicht der hormonellen Raserei anheimfallen wollen.
»Make love, not war!« – der Komödienschreiber Aristophanes scheint den klassischen Slogan der Friedensbewegung schon vor 2500 Jahren gekannt zu haben. Der Chor der frustrierten Männer in »Lysistrata« fleht wie eine prähistorische Vorgruppe der Rolling Stones um »Satisfaction« (Befriedigung), und die kleinlaute Kriegerschar, die mit schmerzhafter Dauererektion über die Bühne stolpert, könnte auch der durchgeknallte Regieeinfall eines Christoph Schlingensief gewesen sein. Die alten Griechen waren nicht prüde. Frivole Texte, Pornos, Striptease und Gruppensex – die Urväter unserer Zivilisation trieben es bunt.
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