Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Diktatur liegt darin, daß du in der Demokratie wählen darfst, bevor du den Befehlen gehorchst.
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Bücher, die die Welt veränderten
Adolf Hitler »Mein Kampf«
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Alles, was er zum Leid der Menschheit verwirklichte, kündigte Hitler in diesem Werk an. In Deutschland macht sich strafbar, wer »Mein Kampf« veröffentlicht. Im Ausland sieht man das lockerer.
»Viereinhalb Jahre gegen Lüge, Dummheit und Feigheit«: Der ursprüngliche Arbeitstitel klingt schwerfällig, pathetisch und langatmig – und so ist das ganze Buch geschrieben. Hitler hatte es 1924 in der Festungshaft in Landsberg am Lech begonnen und benannte es erst später in »Mein Kampf« um. Es ist ein in jeder Beziehung schlechtes Buch, auch stilistisch, und wurde über die Jahre hinweg mehrmals lektoriert – was den eitlen »Führer« sehr kränkte.
Genau genommen sind es zwei Bücher. Der erste Teil ist 1925 erschienen und trägt den Untertitel »Eine Abrechnung«. Man hört die gekränkte Selbstliebe schnell heraus. Teil zwei, »Die nationalsozialistische Bewegung«, erschien Ende 1926. 1930 wurden beide Teile in einem Band vereinigt.
Zählt man die gedruckten Exemplare, war »Mein Kampf« ein Bestseller. Über fünf Millionen Exemplare kursierten 1939 in Deutschland, Frischvermählte bekamen es auf dem Standesamt sogar geschenkt. Ein gutes Geschäft für Hitler. Er kassierte pro Band zehn Prozent Tantiemen. Fakt ist aber: Nur wenige haben es gelesen. Schade. Denn der Diktator hat in diesem Werk sein ganzes politisches Programm formuliert, alles, was er zum Leid der Menschheit später verwirklichte.
»Heraus aus der Enge des Lebensraums!«, forderte er in einem Kapitel über die »Ostorientierung oder Ostpolitik«. Damit beschrieb er seine Pläne, in Polen und der Ukraine deutsche Bauern anzusiedeln. Auch von einer »endgültigen aktiven Auseinandersetzung mit Frankreich« ist in »Mein Kampf« die Rede. Hitler suchte mit dem Nachbarn den »letzten Entscheidungskampf«. Sehr deutlich äußerte er sich auch über Russland: Ein Bündnis mit ihm, »dessen Ziel nicht die Absicht zu einem Kriege umfasst«, so meinte er, sei »sinn- und wertlos«. Somit lieferte er die Grundlage sowohl für den Hitler-Stalin-Pakt als auch für den Angriff auf Russland 1941. Und natürlich schwadroniert er seitenlang gegen die Juden, die er als »Völkervampyr« bezeichnet und letztendlich für vogelfrei erklärt.
Ja, alles Übel kann man in diesem Werk finden – auch Hitlers Strategie für die Machtübernahme in Deutschland: 1. die Sympathie der Arbeiterklasse gewinnen, 2. Abschaffung des Parlaments, 3. Einführung des »Führerprinzips«. Anfangs lehnte Hitler Übersetzungen des Buches strikt ab – vor allem widersetzte er sich einer französischen Ausgabe. Als diese dann doch erscheinen sollte, ließ er die antifranzösischen Passagen herausstreichen.
Bis Kriegsende waren weit über zehn Millionen Exemplare in 16 Sprachen im Umlauf. Nach 1945 gingen die Urheberrechte auf den Freistaat Bayern über, der eine Veröffentlichung seitdem unter Strafe stellt. Im Ausland war das Buch trotzdem zu haben. Heute findet man es problemlos im Internet – leider unkommentiert.
2015, also 70 Jahre nach dem Tod des Autors, erlöschen die Urheberrechte. Historiker arbeiten momentan fieberhaft daran, rechtzeitig eine kommentierte Ausgabe herauszugeben. Denn nur mit Kommentar werden manche Leser verstehen, wie viel Lüge, Dummheit und Feigheit in diesem Werk stecken.
























