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Die Eroberung des Weltraums

50 Jahre Raumfahrt, Teil 1

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Mercury 7Mercury 7
24. Mai 1962: Die Nasa-Mission Mercury 7 startet ins All
Nasa

Am Anfang stand die Raumfahrt ganz im Zeichen des Kalten Krieges. In den Jahren zwischen dem Start des sowjetischen Satelliten Sputnik und der Mondlandung der Amerikaner ging es vor allem um eins: die Vorherrschaft im All.

Es war nur ein leises, monotones »piep, piep, piep«. Doch das unscheinbare Radiosignal, das der sowjetische Satellit »Sputnik« nach seinem Start am 4. Oktober 1957 zur Erde sandte, ließ die Welt aufhorchen. Funkamateure auf dem ganzen Globus versuchten, den charakteristischen Piepton einzufangen. Das kleine kugelförmige Sendegerät von gerade mal 60 Zentimetern Durchmesser wurde zum Titelstar unzähliger Magazine und Tageszeitungen – und hat bis heute kaum etwas von seiner Berühmtheit eingebüßt.

Mit dem ersten erfolgreichen Test eines künstlichen Erdtrabanten vor 50 Jahren begann das goldene Zeitalter der wissenschaftlichen Weltraumerkundung. Geräte wie das Hubble-Teleskop, die Marsroboter oder die beiden Voyager-Sonden, die bis an die Grenzen unseres Sonnensystems vordrangen, lieferten in den Folgejahren spektakuläre Messdaten und erlaubten dem Menschen Einblicke in die Geheimnisse des Universums, wie sie mit Beobachtungsinstrumenten von der Erde aus unmöglich wären.

Der Start des Sputnik hatte allerdings auch Ängste ausgelöst. Die westlichen Demokratien, allen voran Amerika, waren schockiert, dass es dem politischen und militärischen Rivalen Sowjetunion vor ihnen gelungen war, einen Satelliten in den Orbit zu bringen. Tausende junge US-Bürger meldeten sich daraufhin freiwillig in den Rekrutierungsbüros der Streitkräfte, um zu helfen, »die Russen von der neuen Front fernzuhalten«. Allen war klar, dass es bei der Entwicklung von Satelliten und ihren Transportraketen um mehr ging als um die friedliche Erforschung des Sternenhimmels. Wer in der Lage war, künstliche Trabanten ins All zu verfrachten, konnte mit ähnlichen Mitteln auch Atomsprengköpfe über große Entfernungen ins Ziel schießen.

Eine Zweischneidigkeit, die nahezu die gesamte Weltraumerkundung kennzeichnet. »Die Raumfahrt ist eine typische Dual-Use-Technologie«, sagt Andreas Diekmann, Abteilungsleiter im Bereich »Bemannte Missionen, Mikrogravitation und Exploration« bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. »Zu ihren Haupttriebfedern gehören Nationalstolz und militärische Interessen mindestens genauso wie wissenschaftliche Entdeckerlust.«

Und das nicht erst seit Sputnik. Die Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Machtkalkül begann schon in der Vorgeschichte der Raumfahrt: Der Traum von »einer Rakete zu den Planetenräumen«, den eine Gruppe flugbegeisterter Ingenieure Anfang der 1930er Jahre auf einem Versuchsgelände bei Berlin zu verwirklichen suchte, endete 1944 mit vielen tausend Toten in London und Antwerpen. Die Weltraumpioniere um den jungen TU-Absolventen Wernher von Braun hatten sich von den Nationalsozialisten vereinnahmen lassen und für das Hitlerregime die V2-Rakete konstruiert, eine Waffe mit ungeheurer Zerstörungskraft.

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