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24 h-Nürburgring: Mit Walter Röhrl auf Porsche und Hybridmodell am Start
Ein Mann will es wissen. Eine Legende will es noch ein Mal wissen. Walter Röhrl, zweifacher Rallye-Weltmeister, wird beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings im Mai starten. Was die Freaks elektrisiert, seit Wochen in den Racer-Foren hochkocht, bestätigt die Pressestelle des Sportwagenherstellers. „Nach 17 Jahren holt er den Helm aus dem Keller, setzt sich hinter das Lenkrad des neuen serienmäßigen Porsche 911 GT3 RS und nimmt wieder am größten deutschen Autorennen teil“, begeistern sich die Mitarbeiter des Hauses Porsche.
Der neue Porsche 911 GT3 RS wird von einem 450 PS starken 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor angetrieben. Das hochdrehende Aggregat erreicht eine spezifische Leistung von über 118 PS pro Liter. Der in der Motorsportabteilung in Weissach entwickelte GT3 RS verfügt standardmäßig über eine besonders rennstreckentaugliche, verkürzte Getriebeübersetzung. Zur Verbesserung der Fahrdynamik tragen die serienmäßigen dynamischen Motorlager bei. Je nach Fahrsituation verändern die Lager ihre Steifigkeit und Dämpfung, wodurch beim Einsatz auf der Rennstrecke die Anbindung des Triebwerks an die Karosserie verbessert wird. Die Aerodynamik ist konsequent auf Abtrieb ausgelegt, was ebenfalls der Rundstreckentauglichkeit zugute kommt.
Auf eigener Achse von Weissach zum Nürburgring und (als Sieger?) wieder zurück
Wie alltagstauglich der GT3 RS ist, will die Weissacher Sportabteilung auch mit der Demonstrationsfahrt dokumentieren. Der Wagen mit Stuttgarter Straßenzulassung soll auf eigener Achse von Weissach in die Eifel zum Start fahren und am Ende der 24-Stunden-Strapaze auch wieder zurück – nach Möglichkeit als Sieger. Damit setzt der Hersteller ein eindeutiges Signal, nach all den Übernahme-Querelen akrobatischer Finanzjongleure wieder zurück zu den alten Wurzeln zu kehren. „Porsche sucht den Wettbewerb, ist auf den Rennstrecken zuhause, Porsche will siegen“, heißt die Botschaft. Und: Porsche ist der Rennwagen für Jedermann. So soll das ramponierte Image aufgebessert und die Verkäufe gleichzeitig befeuert werden. Denn außer bei den Modellen 911Turbo, GT3 und GT3 RS laufen die Bestellungen zur Zeit eher mau.
Den Verantwortlichen Renningenieuren ist bewusst, dass der bayerische Lenkradartist nicht um den Gesamtsieg fahren wird. Hier haben es die reinen Rennwagen vom Typ Porsche 911 RSR schon schwer genug, die Armada aufgemotzte Audi R8 auf Distanz zu halten. „Aber wenn Aston-Martin oder die BMWs geschlagen werden, der Klassensieg geholt wird und sich das Röhrlauto unter die ersten zehn einreiht, wäre es ein gigantischer Erfolg“, ist aus Zuffenhausen zu hören.
Jahrzehntelange Erfahrung bei Abstimmungsfahrten auf der Grünen Hölle
Genügend Erfahrung für die grüne Hölle bringt der 62-Jährige auf jeden Fall mit. Seit 1993 ist Röhrl jedes Porsche-Serienfahrzeug bei Abstimmungsfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife gefahren. „Der neue 911 GT3 RS hat mich auf Anhieb an ein Rennfahrzeug erinnert“, sagt Röhrl. „Kein anderer Serien-Elfer ist jemals näher an einem Rennauto gewesen, als der aktuelle GT3 RS.“
Mehr noch. Sollte, was in der wendischen Eifel nie auszuschließen ist, das Wetter an dem traditionellen Himmelfahrtswochenende zum 15. und 16. Mai Kapriolen schlagen und Regen bringen, wäre dann der vermeintlich unterlegene RS mit einem Walter Röhrl am Steuer für vordere Plätze gut und die weit über 200 000 Besucher begeistert. Denn der schlaksige Regensburger ist nach wie vor das Idol der Rennfans.
Mit einem Hybridmodell ebenfalls am Start
Aufsehen will Porsche auch mit dem Einsatz eines Hybridmodells bei den 24 Stunden erregen. Eigens für diesen Einsatz ist ein GT 3 RS umgerüstet worden, um die Spritspartechnik auch im Renneinsatz zu testen. Sollte er erfolgreich verlaufen, könnte dies der Auftakt sowohl für die Großserie als auch für den Rennsport sein. Bei der Hybridtechnik gehen die Stuttgarter einen eigenen Weg, der sich stärker an die Entwicklungen der Formel 1 mit dem KER-System orientiert. Weder sollen schwere Batterien mitgeführt, noch sollen die Benzinmotoren verkleinert werden. Der Elektromotor soll eine Boost-Funktion erhalten.Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Macht will den professionellen Rennsport verstärkt als Marketinginstrument einsetzen. Gleichzeitig sollen auch die traditionell porschaffinen Hobbyracer weiterhin gefördert werden.
20. 01. 2010























