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Wissenschaft

10 Fragen, an denen sich die Wissenschaft die Zähne ausbeißt

Die Weiten des Universums hat der Mensch ebenso erkundet wie seine eigenen Gene. Alles scheint erforscht zu sein. Doch der Schein trügt: Es gibt eine Reihe von grundlegenden Fragen, die für die Wissenschaft seit Langem ungeklärt sind.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Trotz vieler Milliarden, die für die Forschung ausgegeben werden, bleibt manches ungeklärtTrotz vieler Milliarden, die für die Forschung ausgegeben werden, bleibt manches ungeklärt
Trotz vieler Milliarden, die für die Forschung ausgegeben werden, bleibt manches ungeklärt
iStockphoto

Wie wirkt Homöopathie?

Homöopathie ist eine Glaubensfrage – sagen Skeptiker. Aber stimmt das? Madeleine Ennis, Pharmakologin an der Queens University Belfast und bekannt als »Geißel der Homöopathie«, hatte ein wissenschaftliches Ziel: Sie wollte die Behauptung ein für alle Mal widerlegen, ein chemisches Heilmittel könne so weit mit Wasser verdünnt werden, dass eine Probe nur ein einzelnes Molekül enthielte und immer noch eine heilende Wirkung hätte. 2001 wollte sie in einem groß angelegten Experiment die Homöopathie ins Reich der Scharlatanerie verbannen. Doch es kam anders. Bei dem Versuch sollte beobachtet werden, wie eine ultra-verdünnte Lösung von Histamin auf weiße Blutkörperchen wirkt, die an einem Entzündungsherd ihre Arbeit aufnehmen. Diese »Basophilen« geben Histamin frei, wenn Körperzellen angegriffen werden – und beenden diese Tätigkeit, sobald Histamin von außen zugegeben wird. Das Ergebnis der Studie, die in verschiedenen Labors wiederholt wurde: Homöopathische Lösungen, die so verdünnt wurden, dass sie nicht ein einziges Histaminmolekül enthalten, wirken genau wie Histamin. Die Wirkung - ein absolutes Rätsel. Ennis war mehr als verblüfft. »Vielleicht müssen die Physik und Chemie in gewissen Bereichen umgeschrieben werden«, sagte sie nach dem Experiment.

 

Leben auf dem Mars: Fakt oder Fiktion?

Der 20. Juli 1976 war ein großer Tag für Gilbert Levin. Der Wissenschaftler, der aktiv am Marslandefahrzeug »Viking« mitgearbeitet hatte, beobachtete etwas Erstaunliches. Viking hatte eine Bodenprobe von der Marsoberfläche zur Analyse in das eigene Labor befördert. Der Probe wurden mit Kohlenstoff-14 vermengte Nährstoffe zugemischt. Die Messung zeigte Ausdünstungen von Methan - ein untrügliches Zeichen für Leben. Irgendetwas nahm die zugemischten Nährstoffe auf und verwandelte sie in Methangas - eine Art Stoffwechsel! Ein anderes Messinstrument zum Identifizieren von organischen Molekülen zeigte hingegen nichts an. Fast alle Wissenschaftler erklärten Levins Messung deshalb für falsch, die Diskussionen werden bis heute hitzig geführt. Fakt ist, dass die Oberfläche des Mars einst feucht und deshalb für Leben geeignet war. Und: Jede weitere Marsmission hat weitere Beweisstücke zugunsten Levins Messung erbracht. Dennoch gilt der »marsianische Metabolismus« noch nicht als endgültig bewiesen. Doch die Fronten weichen langsam auf, da auch auf der Erde eine für unmöglich gehaltene Form des Stoffwechsels beobachtet wurde: bei Mikroben, die sich von Arsen ernähren.

 

Gibt es einen unsichtbaren Planeten?

 

Mal angenommen, Sie könnten zu den Grenzen unseres Sonnensystems jenseits des Pluto reisen: Sie würden etwas sehr Seltsames wahrnehmen. Nachdem Sie den Kuipergürtel passiert hätten, eine massive Ansammlung aus eisigen Felsen, befänden Sie sich in einer Region des Alls, in der es nichts mehr gibt. Wissenschaftler nennen diesen Grenzbereich die Kuiper-Klippe. Die derzeit plausible Erklärung lautet: Es muss einen weiteren Planeten geben, so wie Erde oder Mars, der das Gebiet von Trümmern frei geräumt hat. Dass kein Astronom diesen unbekannten Planeten bisher gesehen hat, spricht nicht gegen ihn: Der Kuipergürtel ist viel zu weit entfernt, als dass man den Beweis der Existenz mit optischen Mitteln führen könnte. Rechnerische Modelle wie die des amerikanischen Astronomen Alan Stern vom Southwest-Forschungsinstitut in Boulder (Colorado) beweisen jedoch, dass es einen weiteren Planeten geben muss. Klarheit könnte frühestens das Jahr 2015 bringen: Dann erreicht die NASA-Sonde »New Horizons«, die zum Pluto und dem Kuipergürtel unterwegs ist, das Gebiet des unbekannten Planeten.

 

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Autor/in: Ingo Lackerbauer


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