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Ötzis Erbgut

Ötzi drohte ein Herzinfarkt

Forscher der Instituts für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen EURAC haben das Erbgut der Gletschermumie analysiert. Daraus geht hervor, dass Ötzi für heutige Zivilisationskrankheiten anfällig war. Er lebte vor 5000 Jahren und hatte damals bereits ein Herzinfarktrisiko. Die Kenntnis darüber könnte die Erforschung der Krankheit voranbringen.

Rekonstruktion des Ötzi: Menschen vor 5000 Jahren erlitten bereits Herzinfarkte

 

 

 

Ötzi hatte eine Veranlagung für Arterienverkalkung. Diesen Befund halten die Anthropologen Albert Zink und der Bio-Informatiker Andreas Keller für sehr aufschlussreich. Denn der damalige Mensch war keinen Risikofaktoren ausgesetzt. Er war nicht übergewichtig und hatte viel Bewegung. Seine Ernährung war, nach allem was man weiß, gesund.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind also keine moderne Zivilisationskrankheit, sagen die beiden Forscher. „Uns liegt nun daran, anhand dieser Daten die Entwicklung dieser Erkrankung besser zu erforschen“, unterstreichen sie.

Ötzi hatte ein Herzinfarkt-Risiko und eine Zecken-Infektion

Außerdem spürten die Wissenschaftler Spuren von Borrelien auf. Sie sind die Ursachen einer Infektionskrankheit, die von Zecken herrührt. „Dies ist der älteste Beleg für Borreliose und dafür, dass sie bereits vor 5000 Jahren übertragen wurde“, stellt Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen fest.

Die weitere DNA-Analyse des Ötzi förderte seine Herkunft zutage: Als sich Ackerbau und Viehzucht in der Jungsteinzeit ausbreiteten, waren seine Vorfahren aus dem Nahen Osten eingewandert. Nachkommen mit verwandter DNA leben heute noch auf Sardinien und Korsika.

Der Mann, der die Ötztaler Alpen durchwanderte und dabei erfror, hatte braune Augen, braune Haare und litt unter einer Laktose-Unverträglichkeit. Er konnte keinen Milchzucker verdauen. Kuhmilch als Mittel der Ernährung war demnach vor 5000 Jahren noch neu.

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Autor/in: Wolfgang C. Goede
28.02.2012



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