Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

P.M. HISTORY Interview

»Um den Zweiten Weltkrieg zu ignorieren, bedürfte es eines dritten ...«

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
Hier geht's zum aktuellen Heft »

P.M. HISTORY: Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa liegt fast 65 Jahre zurück. Warum müssen wir uns weiterhin mit diesem Kapitel der Weltgeschichte beschäftigen?
Christian Hartmann: Das hat verschiedene Gründe. Zunächst einmal handelt es sich beim Zweiten Weltkrieg um ein Ereignis, an dem wirklich alles groß ist – Raum, Teilnehmer, Zeit und nicht zuletzt die Folgen, die sich aus diesem Krieg ergaben. Entsprechend groß sind dann auch die Forschungsfelder. Vieles ist noch immer unbekannt. Erst vor zehn Jahren wurde etwa die genaue Zahl der deutschen Gefallenen errechnet; nicht 3,3 Millionen, wie bisher angenommen, sondern 5,3 Millionen Menschen! Ein anderer Punkt aber scheint mir noch wichtiger: Der Zweite Weltkrieg bleibt ein zentraler Bezugspunkt unseres Denkens und auch unseres Handelns. Um den Zweiten Weltkrieg zu ignorieren, bedürfte es eines dritten. Auch deshalb müssen sich immer wieder neue Fragen an dieses historische Ereignis stellen.

Welche neuen Erkenntnisse können Sie aus den Biografien von Wehrmachtsangehörigen gewinnen?
Biografien lassen Geschichte nicht nur konkret werden, erst durch sie werden historische Prozesse wirklich verständlich. Das gilt auch für das Thema Wehrmacht. Das individuelle Beispiel erinnert uns aber noch an etwas anderes – daran, dass die Bewertung
einer Armee mit Millionen von Angehörigen etwas ganz anderes ist als die Bewertung einer Einzelperson.

Was muss der Historiker besonders
berücksichtigen, wenn er an die Auswertung von Feldpostbriefen und Tagebüchern herangeht?
Noch keine Bewertungen vorhanden


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Christian Hartmann  /  Hitler  /  Krieg  /  Soldat  /  Wehrmacht