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Redakteur in Ritterrüstung

»Ich, Ritter?!«

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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P.M. HISTORY-Redakteur Jens Müller-Bauseneik hat Panzerkleid und Schwert angelegt – und sich auf eine spannende Zeitreise begeben.

Die Nacht war kalt, viel kälter als ich dachte. Und jetzt, im Morgengrauen, fängt es auch noch an zu regnen. Leise prasseln die Tropfen auf das gelbblau gemusterte Zelt, in dem ich mit vier hartgesottenen Mittelalterfans übernachtet habe. Im Zelt warten auch drei silberne Ungetüme auf ihren Einsatz: Rüstungen aus Stahlblech, wie sie im späten Mittelalter und der Renaissancezeit von Rittern und Landsknechten getragen wurden.

Mit einer Mischung aus Neugierde und leisem Zweifel betrachte ich den Harnisch neben mir. In dieses sperrige Ding will ich mich über das Wochenende hineinzwängen, um an einem »militärischen Waffendrill« teilzunehmen. Exerzieren, den Umgang mit Schwert und Hellebarde üben, kämpfen wie unsere Vorfahren. Das würde sicher Spaß machen. Dachte ich. Aber jetzt, übermüdet, bei Kälte und Regen?

Zum weiteren Lamentieren bleibt keine Zeit. Denn plötzlich ertönt draußen der Weckruf, eingeleitet durch dieses schmetternde Trompetensignal, das jeder aus Historienfilmen kennt, in denen müden Soldaten der Marsch geblasen wird. Ich bin aber nicht im Film, sondern im Museumsdorf Kürnbach bei Bad Schussenried (Baden-Württemberg). Nachdem ich mich in täuschend echt nachgeschneiderte Hosen, Leinenhemd, Jacke, Mantel und lederne Schnabelschuhe geworfen habe, trete ich aus dem Zelt und lasse die Kulisse auf mich wirken. Im Morgendunst wirkt alles noch beeindruckender als gestern Abend bei meiner Ankunft.
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